Leseproben

 

Hier findet man Ausschnitte und Vollversionen aus meinen Veröffentlichungen. Die vollständigen Beiträge sind je nach Umfang auf CD-ROM oder aber in gedruckter Form zu erhalten. Bei Interesse kann man unter wolfg.voigt@web.de die Bezugsbedingungen erfragen.

 

Übersicht

 

Alsdorfer Bürgerinitiative „Vorsicht Giftfässer“

Natur- und Umweltschutz in Alsdorf – eine Chronik

Naturspaziergänge

Neubürger im Raum Aachen

Ornithologische Highlights aus 50 Jahren im Aachener Raum (ab 1953)

 

Ornithologische Highlights im Raum Aachen (ab 2003)

(komplette Originalveröffentlichung an dieser Stelle)

 

Kranichmeldungen für den Großraum Aachen (ab 2007)

(Vollversion)

 

Chicken Wings

 

 

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Alsdorfer Bürgerinitiative

„Vorsicht Giftfässer“

von Wolfgang Voigt

Die Alsdorfer Bürgerinitiative „Vorsicht Giftfässer“ hat sich seit ihrer Gründung im Mai 1991 zum Ziel gesetzt, die zuständigen Behörden von der Notwendigkeit der Sanierung einer Altlast zu überzeugen und die von dieser ausgehenden Gefahren durch geeignete Maßnahmen beseitigen zu lassen.

Zur Vorgeschichte der Altlastenentstehung sollen im folgenden die wichtigsten Fakten in Kürze geschildert werden:

Auf dem Gelände der ehemaligen Bauschuttdeponie zwischen Broicher Weiher und Blumenrath hat sich ursprünglich ein Laubmischwald befunden. Mitte bis Ende der 60er Jahre ist der Waldbestand gerodet worden, um eine Kiesgrube zu gründen. Die Firma DAVID hat diese ab 1970 planmäßig betrieben. Das Material ist hauptsächlich für den Autobahnausbau zwischen Alsdorf-Hoengen und Aachen verwendet worden.

Nach der Auskiesung hat dieselbe Firma seit 1974 die Grube mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Millionen Kubikmetern verfüllt, zunächst hauptsächlich mit etwa 700.000 Kubikmetern Erdaushub aus dem Autobahn- und Kanalbau. Im September 1976 ist der Bereich als Bauschuttdeponie zugelassen worden. Seitdem sind weitere 800.000 Kubikmeter Bauschutt, aber auch Asphaltfeinbeton, Bitukies und Erdaushub, sowie Glasbruch der Firma PHILIPS nach Blumenrath gefahren worden.

Gleichzeitig hat HORST VANFORSCH die Firma CHEMISCHES WERK STOLBERG betrieben. Dieser Betrieb hat in einer Destillationsanlage Rückstände aus Chemischen Reinigungen aufbereitet. Die wiederverwertbaren Stoffe sind zurück an die Wäschereien gegangen. Jedoch sind bei dem Verfahren auch giftige Schlämme angefallen, die man in Fässer zu je 200 Liter verfüllt hat. Die in den Behältern eingeschlossenen chemischen Reinigungsabfälle enthalten Schwermetalle, lösliche Zinkverbindungen und vor allem den als krebserregend einzustufenden Kohlenwasserstoff Tetrachlorethen (auch Perchlorethylen, kurz PER genannt). Über 20.000 dieser Fässer sind auf dem Firmengelände gelagert worden. Es hat die Gefahr bestanden, dass sie vom Rost zerfressen werden und die gesamte Umgebung vergiften.

Schließlich hat der Kölner REGIERUNGSPRÄSIDENT (kurz: RP) die Firmengenehmigung widerrufen. In dem Schreiben des RP an Horst Vanforsch vom 26. Februar 1980 heißt es dazu: „Der Zustand stellt eine erheblich Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar. Nach einem Gutachten des Chemischen Untersuchungsamtes der Stadt Aachen sind die bei Ihnen anfallenden Schlämme nicht unbedenklich. So wird in dem Gutachten darauf hingewiesen, dass im Hinblick auf die in den Schlämmen vorhandenen löslichen Zinkverbindungen ein Grundwasserkontakt verhindert werden muss.“

Die Tage der Giftfässer in Stolberg sind damit gezählt gewesen. Weil andererseits Betreiber von Sondermülldeponien sich geweigert haben, die Giftfracht anzunehmen, ist man unter Zeitdruck gekommen. Die Blumenrather Deponie ist wohl wegen ihrer Lage ins Visier der BEZIRKSREGIERUNG KÖLN geraten. Da es sich hier jedoch lediglich um eine Bauschuttdeponie und nicht um eine Giftmülldeponie gehandelt hat, ist durch den RP am 19. Januar 1977 einfach der Genehmigungsbescheid geändert worden:

Jetzt dürfen auch „Schlämme aus der Destillationsanlage der Firma Chemisches Werk, Horst Vanforsch, Stolberg, gelagert werden.“

Außerdem erlässt der RP 1978 eine Ordnungsverfügung, derzufolge mindestens 100 Fässer pro Woche nach Blumenrath gebracht werden müssen. Geschieht das nicht, so wird Zwangsgeld von der Stolberger Firma verlangt.

Erst durch einen Gerichtsbeschluss von 1982 sind weitere Anlieferungen von Giftfässern gestoppt worden. Nach einer eidesstattlichen Erklärung von Horst Vanforsch sollen bis dahin über 2.500 Fässer nach Blumenrath gekommen sein. Die offizielle (das heißt: behördliche) Version spricht von „nur“ 933 Fässern.

In den Jahren 1985 und 1986 hat das STAATLICHE AMT FÜR WASSER UND ABFALLWIRTSCHAFT (STAWA) mit Untersuchungen vor Ort begonnen und Verunreinigungen des Grundwassers mit PER festgestellt. Auch ist dabei ein anderer Stoff, nämlich Trichlorethen (kurz: TR) aufgetaucht, der in noch höherer Konzentration vorgelegen hat und dessen Herkunft zunächst nicht zu klären gewesen ist. Trotz zum Tei, alarmierender Werte hat man seitens der zuständigen Behörden eine eher abwartende Stellung eingenommen und nur gelegentliche Messungen in Aussicht gestellt.

Im Mai 1991 hat sich daher die ALSDORFER BÜRGERINITIATIVE „VORSICHT GIFTFÄSSER“ als Zusammenschluss von Bürgern und Vertretern der Naturschutzverbände BUND und NABU gegründet. Erster Vorsitzender ist seitdem PETER DZINGA, der schon Jahre vorher in dieser Angelegenheit gegen die Behörden gekämpft hat.

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Dies ist eine Chronik,

wie es sie bisher nicht gab:

Natur- und Umweltschutz

in Alsdorf 

von Wolfgang Voigt 

Viel Vergnügen beim Stöbern in vergangenen Zeiten! 

 

 

Natur- und Umweltschutz in Alsdorf

- eine Chronik

Teil 5: 1989 – 1993

 

von Wolfgang Voigt

 

 

1989                         Der japanische Weltkonzern Mitsubishi kauft im Industriepark Alsdorf-Hoengen Gelände zur Errichtung einer Produktionsstätte für die Semiconductor Europe. Hier sollen Mikrochips als Speicher- und Steuerungselemente für Computer hergestellt werden.

 

1989                         Die BUND-Ortsgruppe Alsdorf produziert zwei Bürgerradio-Beiträge mit den Themen „Obstwiesen“ und „Bergehalden“. (Das Halden-Feature gewinnt später beim landesweiten Wettbewerb „Jugend macht Radio“ einen der ersten Preise.)

 

1989                         In der ersten Ausgabe des Jahres propagiert die regionale Umweltzeitung „Die Umweltlupe“ eine Radtour „Durch das Broichbachtal zum Freizeitpark Alsdorfer Weiher“.

 

Januar 1989              In diesem Monat werden Klärschlammproben von den beiden Alsdorfer Kläranlagen auf Dioxine und Furane untersucht. Es soll geklärt werden, ob der Schlamm der landwirtschaftlichen Verwertung zugeführt werden kann.

 

27.1.1989                 Der Alsdorfer Biologielehrer Wolfgang Voigt wird zum 1. Vorsitzenden der DBV-Kreisgruppe gewählt. Er wird damit Nachfolger von Gerhard Moll, der aus Altersgründen zurücktritt.

 

2.2.1989                   Mitglieder des DBV führen einen Arbeitseinsatz an der Eisvogelwand in der Ruhezone durch: Winterschäden werden behoben.

 

7.2.1989                   Eckhard Karden (BUND) und Wolfgang Voigt (DBV) stellen einen gemeinsamen Antrag auf Bestellung von Sachkundigen Einwohnern in die umweltrelevanten Ausschüsse der Stadt Alsdorf.

 

8.2.1989                   Im Broichbachtal werden unzählige Erdkröten bei ihrer Laichplatzwanderung überfahren. Der DBV startet eine Hilfsaktion. Wolfgang Voigt informiert die Bevölkerung über die Presse.

 

März 1989                „Gruppe Broichbachtal - Bilanz in Sachen Naturschutz“: Diese von Wolfgang Voigt herausgegebene Chronik erscheint in ihrer ersten Auflage.

 

März 1989                Die Stadtverwaltung veröffentlicht die Ergebnisse eines Pilotprojektes in den Stadtteilen Busch und Broicher Siedlung. Zunächst geht es um eine dreimonatige Datenerhebung zum Müllaufkommen per Fragebogen. Die Erkenntnisse des Projektes mit einer Laufzeit von einem Jahr sollen in ein Abfall-Sammelkonzept für das gesamte Stadtgebiet einfließen.

 

7.3.1989                   Der Rat der Stadt beschließt die Bestellung von Sachkundigen Einwohnern aus den Reihen der Verbände BUND und DBV.

 

9.3.1989                   Der Umweltausschuss beschließt, auf den Friedhöfen künftig Abfälle getrennt zu sammeln. Zunächst läuft ein Versuch mit zwölf Behältern auf dem Nordfriedhof.

 

9.3.1989                   Die „Aktuelle Stunde“ des WDR-Fernsehens berichtet über die Giftfässer in der Blumenrather Deponie. Franz-Josef Antwerpes sagt darin in einem Interview, er könne derzeit nicht feststellen, „dass eine Gefährdung gegeben ist.“ Da nütze es auch nichts, den Staatsanwalt einzuschalten. Er sehe der weiteren Entwicklung „sehr gelassen entgegen“, werde sie „nicht aus dem Auge verlieren“. Er versicherte, „wenn das Grundwasser gefährdet“ werde, dass die Fässer dann „abtransportiert werden“.

 

13.3.1989                 Karl Gluth gibt für den DBV eine Stellungnahme zum geplanten Ausbau des Schaufenberger / Bettendorfer Fließes ab. Er fordert die Verlegung des Fließes weg von der L 109 hinein in die Feldflur. Außerdem gibt er Anregungen zu den vorgesehenen Biotopaufwertungen und zum Zeitpunkt der Maßnahmen.

 

14.3.1989                 Stellungnahme des DBV zum Hochwasserrückhaltebecken Alsdorf-Warden durch Karl Gluth

 

16.3.1989                 Der Kreistag fasst einen für die Region folgenschweren Beschluss: Das RWE wird mit der Planung einer Müllverbrennungsanlage (MVA) in Eschweiler-Weisweiler beauftragt. Am 13. Juni 1990 wird der Beschluss spezifiziert: Die MVA soll dreistraßig gebaut werden. Am 21. Oktober beschließt der Aachener Stadtrat, dass sich die Stadt an der MVA beteiligt. Am 3. Mai 1993 übergibt die inzwischen gegründete kommunale Entsorgungsgesellschaft AWA dem Regierungspräsidenten in Köln den Antrag auf Genehmigung (23 Aktenordner).

 

18.3.1989                 Der BUND hat einen Infostand am Mariadorfer Dreieck zum Thema „Müllverbrennung/Müllvermeidung“.

 

18.3.1989                 Wolfgang Voigt wird für den Deutschen Bund für Vogelschutz Sachkundiger Einwohner im Umwelt- und Bauausschuss (UBA) der Stadt Alsdorf. Sein Vertreter wird Manfred Mierau. In den Ausschuss für Stadtplanung und Stadtgestaltung (ASS) werden Manfred Küsters und als sein Vertreter Hartmut Fehr berufen.

 

18.3.1989                 Der DBV führt im Broichbachtal die diesjährige Rabenvogelzählung durch. Die Leitung der Aktion haben Karl Gluth und Wolfgang Voigt. Erstmals sind auch Jäger eingeladen.

 

4.4.1989                   Im Auftrag der Forstverwaltung Würselen wird mit dem Auslichten des Fichtenbestandes im „Ofdener Wäldchen“ in der Nähe des Tierparks begonnen. Seit 1988 baut sich hier eine Graureiher-Kolonie auf. Der Stadtverwaltung ist dies offenbar nicht bekannt. Gerhard Moll vom DBV erreicht in einer „Blitzaktion“ (wie die AVZ berichtet) ein Stoppen der Aktion. Am 14. April beantragt der DBV bei der Unteren Landschaftsbehörde bzw. der Bezirksregierung die Unterschutzstellung der Kolonie, die bereits im August desselben Jahres erfolgt.

 

18.4.1989                 Karl Becher teilt im Fachausschuss mit, dass die Stadtverwaltung aus der Baumfällaktion des Forstamtes Würselen im Bereich der Graureiherkolonie  Konsequenzen gezogen hat. Das Forstamt sei angewiesen, alle Fällaktionen im Stadtgebiet im Rathaus anzuzeigen und in der Vogelbrutzeit das Fällen von Bäumen zu unterlassen.

 

22.4.1989                 Der BUND führt eine Exkursion mit dem Titel „Lebensraum Auwald - Ein Spaziergang durch das obere Broichbachtal“ durch.

 

Mai 1989                  Die Gruppe Broichbachtal veröffentlicht ihren Bericht Nr. 21: „Umweltschutz macht Schule“. In zehn Redaktionssitzungen haben ihn acht Redakteure von November bis März erarbeitet. Er ist rasch vergriffen. Die Stadt Alsdorf druckt die 2. Auflage mit 300 gebundenen Exemplaren. (Letztlich hat die Gesamtauflage über 600 Exemplare). Das Umweltbundesamt Berlin und der RP Köln bewerten die Arbeit positiv.

 

6.5.1989                   BUND-Exkursion zu den blühenden Obstwiesen in Bettendorf

 

21.5. 1989                Im Entenweiher des Tierparks kommt es zu Massenfischsterben. Tagelange Hitze, geringe Luftbewegung, die Ausscheidungen der Enten und vor allem Unmengen an Brot haben in den vergangenen Tagen zu dramatischer Sauerstoffabnahme geführt. Die Feuerwehr ist in den Abendstunden mit Tragkraftspritzen und Umwälzpumpen mit zehn Mann drei Stunden im Einsatz.

 

22.5.1989                 Die Gruppe Broichbachtal startet eine erstmals flächendeckende Mehlschwalbenzählung im Stadtgebiet. Sie wird 1990 und 1991 wiederholt.

 

27.5.1989                 Der BUND führt biologische und chemische Wasseruntersuchungen am Broichbach durch.

 

10.6.1989                 BUND-Exkursion mit dem Titel „Bäume in der Stadt - Die Bedeutung des Stadtgrüns“

 

14.6.1989                 Die NEUE WOCHE berichtet über die geplante neue Anbindung der Prämienstraße an die B 57. In dem Artikel beklagt BUND-Vorsitzender Eckhard Karden, „dass der Kellersberger Bürgerverein (KBV) für eine andere Trassenführung ist - direkt über das alte Schrottplatzgelände und den Laichtümpel der bedrohten Kreuzkröten“, und das, obwohl er noch im April 1988 auch die alte Trassenführung als überflüssigen Eingriff in die Natur und als Geldverschwendung abgelehnt hat.

 

17.6.1989                 BUND-Exkursion „Kiesgruben - Biotope aus zweiter Hand“ (Euchener Heid, Körfer-Senke)

 

24.6.1989                 Der BUND veranstaltet zusammen mit der VHS einen Spaziergang mit Kindern und Eltern zum Kennenlernen der „Unkräuter“ auf Feldern und Ruderalflächen.

 

Juli 1989                   3. Alsdorfer Naturschutztage unter dem Motto „Einfälle mit Abfällen“

 

1989                         Im Sommer werden an sechs Stellen im Stadtgebiet Altkleidercontainer des Malteser Hilfsdienstes aufgestellt.

 

Juli 1989                   Helmut Meurer schaltet Karl Becher vom Umweltamt der Stadt und Karl Rambadt vom Kreis Aachen ein. Er reklamiert das Abkippen von Erdaushub in einem Landschaftsschutzgebiet. Das Material stammt aus dem vierten Bauabschnitt Am Rodelhang und fällt beim Aushub von sechs Kellern an. Bürgermeister Josef Thelen weist die Kritik zurück. Man habe das Schutzgebiet „keinen Millimeter“ berührt. „Wir sind hundertprozentig im rechtskräftigen Bebauungsplan. Da kann die Stadt tun und lassen, was sie will.“ Sein eigenes Umweltamt stellt kurz darauf fest, dass die Grenze um sechs bis acht Meter überschritten sei. Der Kreis Aachen spricht dagegen von einem „Außenbereich“, allerdings hätte für das Abkippen nach dem Landschaftsgesetz eine Genehmigung erteilt werden müssen.

 

10.8.1989                 In der AVZ wird Bürgermeister Josef Thelen zitiert, der sich für den Antrag der SPD-Mehrheit im Stadtrat stark macht, die Prämienstraße über den Haldenfuß an die B 57 anzubinden.

 

10.8.1989                 Der Ausschuss für Stadtplanung und Stadtgestaltung folgt dem Antrag des DBV auf Ausweisung der Graureiherkolonie als Naturdenkmal. Die Stadt will den Fichtenbestand zwischen Wildschwein- und Rotwildgehege nicht mehr wirtschaftlich nutzen.

 

15.8.1989                 Der Umwelt- und Bauausschuss beschließt einstimmig, zur Durchführung der dritten Alsdorfer Naturschutztage einen Zuschuss in Höhe von 6.000 DM zu gewähren.

 

21.8.1989                 Im Ausschuss für Stadtplanung entscheidet sich die SPD-Mehrheitsfraktion im Falle der Prämienstraßen-Anbindung für die Haldentrasse, das heißt gegen den dort vorhandenen Kreuzkröten-Biotop. Ausschussvorsitzender Wolfgang Beißel (SPD): „An erster Stelle steht bei dieser Entscheidung der Mensch.“ Bürgermeister Josef Thelen: „Die SPD unterstützt den Antrag der Bürger ohne Wenn und Aber. Der Bürger wird am 1. Oktober wissen, wer ihm zur Seite steht.“ Die erheblichen Bedenken der Naturschützer und der Grünen scheinen im Moment ausgehebelt, zumal sich die komplette CDU der Stimme enthält.

 

September 1989     Am Gymnasium der Stadt Alsdorf findet vom 18. bis zum 22. September die zweite Projektwoche statt. Eine Projektgruppe unter der Leitung von Helmut Hambücken befasst sich mit dem Thema „Müll“. Die Ergebnisse werden unter dem Titel „Unsere Stadt und der Müll“ in der Reihe „Berichte der Gruppe Broichbachtal“ herausgegeben.

 

Oktober 1989           „10 Jahre Schulgarten am Alsdorfer Gymnasium“ heißt die Dokumentation von Wolfgang Voigt, die in der Reihe „Berichte der Gruppe Broichbachtal“ in diesem Monat erscheint.

 

17.10.1989               Der Rat der Stadt bestellt auf Vorschlag der SPD-Fraktion Hartmut Fehr vom BUND in den neuen Bau-, Planungs- und Umweltausschuss. Nach mehreren gemeinsamen Anträgen von BUND und DBV wird erreicht, dass Wolfgang Voigt sein Vertreter wird.

 

22.10.1989               Der DBV führt eine Halbtagsexkursion in das obere Broichbachtal durch. Karl Gluth, Gerhard Moll und Wolfgang Voigt haben die Leitung.

 

November 1989      Die Gruppe Broichbachtal installiert in einem Fenster der Pausenhalle des Gymnasiums die Dauerausstellung „Der Bergbau geht - die Kohle bleibt“, die unter anderem versteinerte Kohlenbildner zeigt. Bis zu ihrem Abbau im Herbst 1997 begrüßt sie viele Besucher der Schule.

 

7.11.1989                 In der ersten Sitzung der Koordinationsstelle „IV. Alsdorfer Naturschutztage“ bringt Wolfgang Voigt für die Gruppe Broichbachtal ein neues Konzept ein: Es soll an den Jahresthemen festgehalten werden, aber mit einem praktischen Projekt sollen vor allem Kinder und Jugendliche integriert werden. Für 1990 wird die Anlage einer Streuobstwiese angeregt.

 

Dezember 1989    In der Reihe „Berichte der Gruppe Broichbachtal“ erscheint erstmals eine zusammenfassende Dokumentation über „Fauna und Flora des Oberen Broichbachtales (Alsdorfer Stadtgebiet)“.

 

Dezember 1989 Der Bauausschuss beauftragt die Verwaltung einstimmig, Untersuchungen des Inhalts der Giftfässer in der Blumenrather Deponie auf Dioxine und Furane von einem neutralen Institut vornehmen zu lassen. (Ein Jahr später, als Peter Dzinga mit einem Flugblatt an die Öffentlichkeit geht, ist dieser Beschluss noch nicht umgesetzt.)

 

12.12.1989               Der Stadtrat genehmigt die Ansiedlung der Gesellschaft Mitsubishi Electric Corporation (MSE) im Gebiet des Industrieparks Alsdorf bei Hoengen.

 

1989                         Untersuchungsergebnisse zur Gewässergüte werden vom Kreis Aachen in einem weiteren „Umweltkataster“ veröffentlicht.

 

Copyright: Wolfgang Voigt 2001

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Natur in Alsdorf

– ein naturkundlicher Spaziergang

 

von Wolfgang Voigt

 

Teil 2: Das Broichbachtal

 

Das Broichbachtal: Vom Euchener Bend bis zur Römerbrücke

Der Broichbach (auch gelegentlich nicht ganz korrekt Broicher Bach genannt) fließt mit seinem größeren Mittelstück durch Alsdorfer Stadtgebiet, er ist der Alsdorfer Bach schlechthin. Er kommt aus Würselen, wo sein Quellgebiet im Stadtteil Linden-Neusen liegt, und mündet schließlich in Herzogenrath in die Wurm. Der Broichbach ist einer der letzten natürlichen Bäche im Aachener Raum gewesen. In den 70er Jahren hat er dann so manche Begradigung durch den Wasserverband hinnehmen müssen, was zwar zu einem schnellen Abfließen von Hochwasser im Oberlauf, aber auch zu den bekannten Überschwemmungen im Geilenkirchener Raum (Wurmtal) geführt hat. Trotz dieser Eingriffe sind aber gerade im Alsdorfer Teilbereich noch Reststücke von Au- und Bruchwäldern erhalten.

Im folgenden sollen die einzelnen Abschnitte kurz charakterisiert werden:

In Höhe der ehemaligen Kläranlage Broich (heute Regenklärwerk), wo dann auch der Siefenbach einmündet, fließt der Broichbach auf Alsdorfer Gebiet.

Hier hat der Alsdorfer Naturschützer Helmut Meurer bereits 1985 ein Konzept vorgelegt, wie man den Broichbach vor der Kläranlage abzweigen und über ein Feuchtwiesenstück wieder in sein altes, noch gut erkennbares Bett leiten könnte. Der Kreis Aachen realisiert diesen Antrag im Winter 1996/97. Zunächst einmal werden 650 Meter renaturiert. Dabei wird ein Gelände mit einbezogen, daß 1984 von der Gruppe Broichbachtal, der Naturschutzgruppe des Alsdorfer Gymnasiums, mit Laichgewässern überplant worden ist. (Hierfür hat sie übrigens den 1. Preis eines bundesweit ausgeschriebenen Umweltpreises erhalten!)

Die Renaturierung überzeugt vor allem durch die Schaffung von Überschwemmungsbereichen, Mäandern, Steilwänden und Steinpackungen. Eine standorttypische Bepflanzung ergänzt die Maßnahme. Eine weitere Aufwertung der Landschaft wird durch das Einbringen u.a. folgender Gehölze erreicht: Hainbuche, Winterlinde, Wildkirsche, Feldahorn, Eberesche, Faulbaum, Schneeball, Hartriegel, Hasel, Weißdorn, Hundsrose und Schlehe. Es ergibt sich die Gesamtbilanz von 40 Hochstämmen, 814 Heistern und 2.750 Sträucher.

Immerhin bewegt man bei der Renaturierungsmaßnahme 11.000 m3 Boden. Am 12. März 1997, kurz nach 15 Uhr, wird schließlich der Broichbach in sein neues, teilweise altes Bett geleitet. Für die Region ein historisches Ereignis.

Somit ist der Bach wieder in einen Zustand gebracht, wie er früher einmal gewesen sein mag. Bei Peter Schiffer (1908) lesen wir hierzu: Der Bach schlängelt sich murmelnd unter Erlen- und Weidengebüschen an sumpfigen Bruchwiesen vorüber und ergießt sich nach kurzem Lauf, verstärkt durch ein Nebenbächlein, das von der östlichen Höhe zu Tal fließt, in einen großen Teich, den Broicher Weiher. Heute fließt er allerdings am Weiher vorbei.

Bis hinunter in den Bereich der sogenannten Ruhezone in der Nähe des Alsdorfer Weihers wird der Bach von einem zum Teil guterhaltenen Bruchwald, in Teilstrecken auch von Hartholzauwald begleitet, der meist als Eichen-Hainbuchenwald ausgeprägt ist. Leider ist der Bach selbst teilweise in ein Betonbett gezwängt. Dies ist hauptsächlich anfangs der 70er Jahre durch den im März 1963 unter Vorsitz des damaligen Alsdorfer Stadtdirektors Dr. Helmut Eckert gegründeten Broichbachverbandes geschehen. BUND und NABU bemühen sich seit den 80er Jahren um eine Renaturierung des Baches. Der Naturschutzbund hat zudem das Gelände zwischen den Mariadorfer Angelteichen und dem Alten Bahndamm mit Mitteln der Nordrhein-Westfalen-Stiftung und vom Naturschutz-Programm Aachener Revier aufgekauft, um es für den Naturschutz zu sichern. Hierdurch hat man einerseits das Angelverbot am Broicher Weiher durchsetzen können, zum anderen ist das Gebiet zwischen Weiher und Bahndamm gesichert worden, in dem der zuständige Wasserverband ein Rückhaltebecken aus Beton geplant hat.

Im oberen Teil des Abschnittes zwischen Alter Kläranlage und Bahndamm findet man ausgedehnte Bestände mit zarten Exemplaren des Bitteren Schaumkrautes, an dessen Blättern die Raupen des Aurorafalters lieber fressen als an denen des Wiesen-Schaumkrauts, das hier ebenfalls vorkommt. Außerdem gibt es in der durch Schwarz-Erlen und Korb-Weiden geprägten Weichholz-Aue unter anderen Echte Nelkenwurz (Geum urbanum), Hopfen (Humulus lupulus), Wald-Heckenkirsche (Lonicera periclymenum), Echtes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis), die Knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa) sowie zwei Holunderarten (Sambucus nigra, S. racemosa). An den Hängen, im Bereich der Hartholzaue kommt vereinzelt eine einheimische Orchideenart vor. Es handelt sich dabei um die Breitblättrige Sumpfwurz (Epipactis helleborine). Häufig ist hier dagegen der Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia), der uns auf Sandboden entlang des Hangweges begleitet, wo stellenweise auch die Besenheide (Calluna vulgaris) und der Besenginster (Sarothamnus scoparius) wachsen. Ein eher unscheinbarer Vertreter, weil grünblühend, ist das Moschuskraut, das allerdings bei geübtem Blick schnell gefunden ist, weil es truppweise vorkommt. Bei näherer Betrachtung zeigt es mit dem würfelförmigen Blütenstand seine ganze Schönheit. Es ist vergesellschaftet mit dem Scharbockskraut, das als Kosmopolit weltweit verbreitet ist und wegen des Vitamin C - Gehaltes seiner Blätter früher von Seeleuten auf Inseln gesammelt worden ist, um der gefährlichen Mangelkrankheit Skorbut (Name!) vorzubeugen. Unbedenklich ist der Genuss der Blätter aber nur im zeitigen Frühjahr, vor der Blüte. Als typischer Frühblüher und als weite Flächen überziehende Polsterpflanze beherrscht  Ranunculus ficaria (so ihr wissenschaftlicher Name) mit ihren gelben Blütensternen den Frühlingsaspekt des Broichbachtales. Oft bis in den Juni hinein blüht dagegen die Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris), die hier und an anderen Stellen des Tales in guten Beständen vorkommt. Mehr zum Sommer hin schließt sich eine weitere gelb blühende Pflanze an, das Echte Springkraut, das hier in Massen auftritt. Der deutsche wie der lateinische Name (Impatiens noli-tangere) beziehen sich auf eine Eigenart dieses Balsaminengewächses: Wird die reife Frucht berührt oder sonst wie erschüttert, etwa durch Wind, so trennen sich die unter Spannung stehenden Fruchtblätter, rollen sich blitzartig ein und schleudern dabei die auf ihrer Innenseite sitzenden Samenkörner mehrere Meter weit in die Umgebung. Dies ist wohl auch der Grund dafür daß das Rühr-mich-nicht-an dicht bei dicht steht. Die etwas selteneren Seggenarten (Carex acutiformis und vor allem C. elongata) zeigen schließlich, daß der Auwald hier noch weitgehend intakt ist.

Vor dem alten Bahndamm hat lange Zeit ein Maisfeld existiert, das intensiv mit Kunstdünger bearbeitet worden ist. Da zwischen Feld und Auwald nur ein Wanderweg gewesen ist und zudem ein starkes Gefälle in das Tal bestanden hat, sind große Mengen an Nährstoffen in die Aue gelangt. Das Ergebnis sind enorme Brennesselbestände, die zwar durchaus ihren ökologischen Wert besitzen, aber nicht gerade in einem Feuchtgebiet. Hier - wie auch anderswo im Broichtal - wünscht man sich manchmal die Zeiten zurück, in denen Arnold Foerster gelebt hat, seines Zeichens Oberlehrer an der Realschule zu Aachen. In seiner 1878 erschienenen Lokalflora schreibt er zum Welschkorn bzw. Türkischen Weizen (Zea mays = Mais): In Gärten in vielen Spielarten, aber nicht im freien Felde angebaut...

Jenseits des Bahndammes ist das Tal wiederum naturnah erhalten. In der Nähe der Kranentalsmühle, deren einstiger Stauweiher längst trockengelegt ist, quert eine Brücke den Bach. Hier bekommt man aus nächster Nähe einen Eindruck vom natürlich mäandrierenden Fließgewässer mit seinem  begleitendem Auwald. Bei Hochwasser im Frühjahr bilden sich in Altarmen zahlreiche Tümpel, die von Erdkröten und verschiedenen Molcharten als Laichplätze genutzt werden.

Noch befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft im Hangbereich ein Aufforstungsgebiet mit Nadelbäumen. Vor allem in den 90er Jahren haben Sturmeinwirkungen den deutlich erkrankten Bestand gelichtet. Nach Aussagen des Landschaftsplanes ist hier vorgesehen, den Fichtenforst sukzessiv in einen Mischbestand umzuwandeln. Somit wird ein natürlicher Anschluss der Hartholzaue an den Kellersberger Wald erreicht. Ähnliches wäre für die Bestände in der Nähe des Kellersberger Forsthauses wünschenswert.

Noch 1985 berichtet Hein Küsters vom nächsten Bachabschnitt:

Nach einer kleinen Wegstrecke dann die neben dem geschichtsträchtigen Gutshof liegende, heute mechanisierte Kellersberger Mühle mit Teich und baumbestandener Insel. 1721 erwarb Peter Offergeld den bis heute in Familienbesitz verbliebenen Betrieb. Seine sieben Söhne wurden alle Müller mit eigenen Mühlen. Seit 1971 ist das Gewässer verfüllt. Der wassergebundenen Vogelwelt und manchen Amphibien ist ein wertvoller Biotop verloren gegangen...

Die nun folgenden Bereiche Hundeweiher, Ruhezone, Tageserholungsanlage, Alsdorfer Weiher und Tierpark werden in gesonderten Abschnitten behandelt, so daß wir bei unserer Gedankenwanderung hier einen größeren Sprung machen.

Um den Verlauf des Broichbaches jenseits der Bundesstraße 57 zu verfolgen, benutzt man am besten die Unterführung hinter dem Tierpark. Diese Fußgängerunterquerung hat man 1977 zwischen dem Tierparkbereich und Wintgens Mühle ausgebaut. Bis zu diesem Zeitpunkt hat bezeichnenderweise eine alte Viehdrift unter der Straße hindurchgeführt, die nicht mehr benutzt worden ist.

Vorbei an Forsthaus, Schloss Ottenfeld und Kläranlage Broichbachtal kommt man entlang des noch kanalisierten Baches letztlich zur sogenannten Römerbrücke. In der Nähe hat früher die Römer Mühle gestanden, neben der weiter bachabwärts liegenden Bergermühle die vorletzte im Reigen der Broichbach-Mühlen, ursprünglich allerdings eine Spinnerei. Später hat man sie in eine Feilenschleiferei umgerüstet. Sie ist bis zu ihrem Abriss im Jahre 1960 im Besitz der Familie Stommel. 

 

© Wolfgang Voigt 2001

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Dokumentation:

 

Neubürger im Raum Aachen

 

von Wolfgang Voigt

 

Der Wissenschaftler nennt die „Neubürger“ eigentlich Neophyten und Neozoen und meint damit Pflanzen oder Tiere, die nach dem 15. Jahrhundert unter direkter oder indirekter Mitwirkung des Menschen in ein bestimmtes Gebiet gelangt sind und – das ist wichtig – fortan dort wild leben. Der exakte Zeitschnitt liegt im Jahre 1492, das heißt in jenem Jahr, in dem Amerika (wieder-)entdeckt worden ist.

Einige hier vorgestellte Arten erfüllen (noch) nicht die strenge Definition von „wild leben“. Darunter versteht man eigentlich, dass eine neu angesiedelte Art bereits 25 Jahre im Gebiet vorkommt und/oder seit mindestens drei Generationen frei lebend in ihm existiert.

 

 

 

Neubürger im Raum Aachen:

 

 

Neophyten:

 

·        Späte und Kanadische Goldrute

·        Sommerflieder

·        Robinie

·        Riesen-Bärenklau

·        Drüsiges Springkraut

·        Japanischer Staudenknöterich und Sachalinknöterich

 

 

Neozoen:

 

·        Wanderratte

·        Bisam

·        Nutria

·        Waschbär

·        Kanadagans

·        Nilgans

·        Mandarinente

·        Fasan

·        Rotwangen-Schmuckschildkröte

·        Graskarpfen

·        Regenbogenforelle

·        Amerikanischer Flusskrebs

·        Wespenspinne

·        Süßwassermeduse

 

 

 

Späte und Kanadische Goldrute, Solidago gigantea und S. canadensis

 

Wer kennt sie nicht, diese 0,5 bis 2,5 Meter hohen, kräftigen Pflanzen, die mit unzähligen gelben, winzigen Blüte übersät sind? Die Blütenköpfchen sind in bogenförmig gekrümmten Trauben und diese wiederum  in einer pyramidenförmigen Rispe zusammengefasst. Bei der Betrachtung mit einer Lupe wird an den äußeren Zungen- und inneren Röhrenblüten deutlich, dass es sich um Köpfchen- oder Körbchenblütler, kurz Compositen handelt. Während bei der Kanadischen Goldrute Blätter und Stängel behaart sind, ist die Späte kahl.

In ihrer nordamerikanischen Heimat kommen die beiden Arten neben etwa 130 weiteren vor, in den USA haben sie sich fast flächendeckend ausgebreitet. Dagegen ist in Mitteleuropa lediglich eine Art, nämlich die Echte Goldrute (S. virgaurea) zu Hause. Solidago canadensis wurde 1648 und S. gigantea 1758 aus dem atlantischen Teil Nordamerikas nach England als Zierpflanze eingeführt, von wo aus zahlreiche Sortenzüchtungen die europäischen Gärten eroberten. In Deutschland sind die ersten Einbürgerungen in Westfalen um 1850 belegt. Um 1900 erfolgten Auswilderungen in Baden-Württemberg. Etwa seit 1950 ist die Ausbreitung explosionsartig, unterstützt durch gezielte Ausbringung der Pflanzen als Bienentracht in die freie Landschaft. Den Imkern stand seinerzeit noch nicht das heutige Wissen zur Verfügung, wonach die Blüten nur mäßige Nektar- und Pollenwerte haben, zwar auch von Honigbienen besucht werden, ansonsten aber nur von wenigen Wildbienen-Arten. Eine Vielzahl von Schwebfliegen-Arten scheint dagegen magisch angezogen zu werden.

Die bis zu 19.000 Schließfrüchte pro Stängel sind durch einen weißlichen Haarkranz flugfähig und zudem neben ihrer großen Reichweite mit einer hohen Keim- und Konkurrenzfähigkeit ausgerüstet. Haben die Pflanzen sich erst einmal an einem Standort angesiedelt, sorgt die vegetative Vermehrung über Neuaustriebe aus unterirdischen Rhizomen für eine weitere effektive Ausbreitung. So verwundert es nicht, dass die beiden Arten sich mittlerweile an geeigneten Wuchsorten mit Ausnahme der Hochlagen der Mittelgebirge überall flächendeckend breit gemacht haben.

Da die Goldruten viel Licht und lockeren, tiefgründigen, frischen bis feuchten Boden benötigen, kommen sie besonders häufig entlang von Straßen und Bahndämmen und an Uferböschungen vor. Freiflächen wie Kahlschläge, Schuttfluren und größere Baustellen werden im Aachener Raum ebenso besiedelt wie die hier charakteristischen Standorte Bergehalden, Steinbrüche sowie Sand- und Kiesgruben.

Das starke Ausbreitungspotenzial kann durchaus zu einem ökologischen Problem werden, da einheimische Pflanzen verdrängt werden. Will man die Solidago-Arten erfolgreich zurückdrängen, so ist über einen Zeitraum von mehreren Jahren kurzes Abmähen vor der Blütezeit erforderlich.

 

 

Sommerflieder, Buddleja davidii

 

Dieses Nachschattengewächs hat im Volksmund nicht umsonst den Namen „Schmetterlingsflieder“. Die stark duftenden, meist lilafarbenen Blüten, die von Juli bis September in bis zu 20 Zentimeter langen, kegelförmigen Rispen stehen, locken eine Vielzahl von Tag- und Nachtfaltern an. Aber auch Bienen wissen die Futterquelle durchaus zu schätzen.

Ein weiterer Name ist „Chinesischer Fliederspeer“. Dieser bezieht sich auf die ursprüngliche Heimat China, wo er ebenso wild vorkommt wie in Tibet. In Europa hat man in zunächst als Zierstrauch in den wärmeren Teilen angepflanzt. Aufgrund seiner imposanten Wuchshöhe (bis zu fünf Meter) und seiner überaus großen Blütenfülle und Blühdauer wurde er rasch immer beliebter.

Die Pflanzen bevorzugen neben warm-trockenen Klima auch kalkhaltige Böden. So ist es nicht verwunderlich, dass die Sträucher auch an entsprechenden Standorten verwilderten. Das erste Auftauchen in Deutschland ist allerdings mitten im Rhein für eine Kiesbank und das Jahr 1928 belegt. Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg breitete sich dann die Art von den Bahnhöfen der Oberrheinischen Tiefebene entlang der Bahndämme aus, die seit jeher für einwandernde Arten mit solchen besonderen Ansprüchen wichtige Ausbreitungsareale darstellen. Diese Linienbiotope vernetzen das Land und ermöglichen so das Vordringen der Neubürger. (Ähnliches gilt prinzipiell für die Autobahnen. Dort sind es allerdings bevorzugt Halophyten, die sich aufgrund des Streusalzeinsatzes hier entlang breit machen.)

Im Aachener Raum sind es ebenfalls stillgelegte Bahnstrecken, auf denen der Sommerflieder zunächst  verwilderte. In Alsdorf sind die Trassen nach dem Ende des Bergbaus regelrecht zugewachsen. Auch auf den Industrie- und Bergbaubrachen haben sich die Sträucher ausgebreitet. Auf dem ehemaligen Annagelände ist die Art durch Neuanlagen von Parkstrukturen und Baumaßnahmen wieder verdrängt worden. Den Beständen auf der zukünftigen Euregiobahn-Trasse dürfte Ähnliches passieren. So bleiben hier vor allem die Bergehalden sowie Sand- und Kiesgruben als Wuchsorte übrig. Im weiteren Bereich des Aachener Raumes gibt es aber noch zahlreiche potenzielle und tatsächliche Biotope für den „Schmetterlingsstrauch“. Zu ihnen zählen die Steinbrüche in Stolberg und im Aachener Südraum.

Angemerkt seien noch zwei Gesichtspunkte: Die Pflanzen spielen zwar als Nektarquelle für die Schmetterlinge eine wichtige Rolle, ansonsten haben sie aber für diese Insektengruppe keine weitere ökologische Bedeutung; sie stellen keine spezielle Futterpflanze für ihre Raupen dar. Und: Trotz der raschen Ausbreitung der Strauchbestände sind bisher keine negativen Auswirkungen auf die heimische Pflanzenwelt erkennbar.

 

 

Robinie, Robinia pseudacacia

 

Die Falsche Akazie oder Scheinakazie hat ihre Heimat im Osten der USA in den Appalachen. Diese Baumart wurde 1630 durch den französischen Botaniker Jean Robin nach Frankreich eingeführt und kam exakt 40 Jahre später nach Deutschland. Die Ausbreitung erfolgte von Berlin aus. Vor allem in Brandenburg wurde Ödland etwa ab 1750 großflächig mit Robinien aufgeforstet. In den Weinbaugebieten Süddeutschlands wurden sie kultiviert, weil sich Pfähle aus Jungbäumen besonders gut zum Anbinden von Rebstöcken eigneten.

Mittlerweile breitet sich die Robinie auch ohne forstliche Maßnahmen aus. Da sie auch als Zierbaum in Gärten und Parkanlagen Einzug gehalten hat, gibt es inzwischen auch verwilderte Exemplare fernab von Forsten und Wäldern. Dies trifft auch für den Aachener Raum zu.

Eine Besonderheit in unserer Gegend ist die Verwendung der Scheinakazie auf den Bergehalden des Aachener Reviers. Die längste Entwicklung haben die Bestände auf dem Jaspersberg im Alsdorfer Stadtteil Mariadorf hinter sich. Sie stehen hier seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Bei Hans Höppner und Hans Preuss findet man in deren „Flora des Westfälisch-Rheinischen Industriegebietes“ von 1926 den Hinweis: „Im Gebiet besonders an Bahndämmen und auf Zechenhalden häufig angepflanzt und verwildert.“  Ob gepflanzt oder wild gewachsen, - in jedem Fall können sie als Pionierbäume gewertet werden, welche den Boden mit ihrem dichten Wurzelwerk festigen und ihm zudem Luftstickstoff in einer für andere Pflanzen nutzbaren Form zuführen. Die Knöllchenbakterien, mit denen ihre Wurzeln in Symbiose leben, bringen diese Leistung zustande. Zusammen mit der stickstoffreichen Laubstreu wird so Boden gebildet und verbessert. Mit der Zeit ist auf diese Weise eine etwa 30 Zentimeter dicke Humusschicht auf dem ursprünglich weitgehend nackten Bergematerial entstanden. Die Stickstoffanreicherung ist soweit fortgeschritten, dass die Robinie selbst im Unterwuchs fehlt. So wird sie mit der Zeit infolge Überalterung den Platz für konkurrenzstärkere Baumarten frei machen.

Einige Robinien haben es im Kreis Aachen geschafft, als Naturdenkmale unter Schutz gestellt zu werden. Es sind dies vier Exemplare in Herzogenrath-Kohlscheid im Volksgarten und auf dem Friedhof an der Oststraße (Unterschutzstellung am 8. November 1973).

        

 

Riesen-Bärenklau, Heracleum mantegazzianum

 

Dieses Doldengewächs, das die stattliche Höhe von drei bis fünf Metern erreichen kann, ist im Kaukasus zu Hause. Die Art kam im 19. Jahrhundert nach Mitteleuropa und wurde um 1890 in Genf als Kulturpflanze gezogen. Zunächst wurde sie in Botanischen Gärten kultiviert, hielt dann aber als Solitärpflanze auch Einzug in Privatgärten. Die „Herkulesstaude“ mit dem zweiten botanischen Namen Heracleum giganteum verwilderte gelegentlich oder kam mit Gartenabfällen und Bauschutt in die freie Landschaft. Als anspruchslose Art hat sie sich allmählich ausgebreitet. Bevorzugte Standorte sind dabei Grünlandbrachen, vor allem aber Bach- und Flussauen.

In der Mitte des 20. Jahrhunderts hat man in Jagdzeitschriften die Bedeutung als Deckungspflanze für das Wild hervorgehoben. Hierbei hat man offenbar übersehen, dass das Laub erst relativ spät seine Wirkung als mögliche Deckung entfaltet, das heißt zu einer Zeit, wo die Tiere bereits anderswo ausreichend Schutz finden. Zudem verliert die frostempfindliche Pflanze bereits in ersten kalten Nächten ihre Blätter. Auch der Versuch mancher Imker, den Riesen-Bärenklau als Trachtpflanze anzusiedeln, muss als unnötig angesehen werden: Die Blütezeit liegt im Hochsommer, wenn die Bienen sowieso genügend Futterpflanzen vorfinden. Immerhin sind diese Experimente anfangs der 90er Jahre eingestellt worden.

„Turn and run, nothing can stop them, around every river and canal their power is growing”, so heißt es in einem Posong der Gruppe “Genesis” über den “giant hogweed” aus dem Jahre 1971. Die stärkere Ausbreitung der Herkulesstaude ist zu dieser Zeit etwa zehn Jahre im Gang. Jede Pflanze bringt während einer Vegetationsperiode 6.000 bis 10.000 Samen hervor, die entlang der Fließgewässer – vor allem bei Hochwasser - schnell und weit verbreitet werden. Selbst bei anschließender Trockenheit bestehen gute Chancen, weil die Samen etwa sieben Jahre ihre Keimfähigkeit behalten.

Im Aachener Raum kommt die Art an vielen Gewässern vor, zum Beispiel am Rückhaltebecken in Herzogenrath, an Broichbach und Wurm, am Talbotbach in Aachen, an der Inde in Eschweiler, an der Vicht in Stolberg und im Perlen- und Fuhrtsbachtal bei Monschau-Höfen. Weitere Standorte findet man in den Stolberger Steinbrüchen und auf den Bergehalden des ehemaligen Aachener Steinkohlereviers. Auch ehemalige Bahntrassen und Autobahnböschungen weisen Vorkommen auf, so etwa bei Herzogenrath-Worm, zwischen Ofden und Euchen sowie bei Linden-Neusen. Leider sind auch ökologisch außerordentlich wertvolle Bereiche betroffen. Als Beispiele seien der Orsbacher Wald, der Schneeberg bei Aachen-Seffent (dort an der „Höckerlinie“) und das NSG Brockenberg in Stolberg genannt.

Da der Riesen-Bärenklau wegen seines Gehalts an Furanocumarinen giftig ist und der Pflanzensaft bei Hautkontakt verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung zu starken Hautreizungen führt, wird er mancherorts bekämpft. Auch aus ökologischer Sicht sollte die weitere Ausbreitung im Auge gehalten werden: wo immer die Herkulesstaude dichte Bestände bildet, wird die heimische Flora nahezu ganz unterdrückt. Mitarbeiter der Biologischen Station im Kreis Aachen haben aus diesem Grund zum Beispiel im Juni 2000 die Pflanzen im NSG Brockenberg entfernt.

 

 

Drüsiges Springkraut, Impatiens glandulifera

 

Diese bis zu zwei Meter hohe Pflanze wird auch Indisches Springkraut genannt, was auf ihre ursprüngliche Verbreitung hinweist. Sie besiedelt das westliche Himalaya-Gebiet in einer Höhe zwischen 1.800 und 3.000 Metern. Der Gattungsname bezieht sich auf das Verhalten der reifen Fruchtkapseln bei Berührung: ihre Klappen springen dann auf und schleudern die Samen bis zu sieben Metern weit weg vom Standort (weiterer deutscher Name: „Rühr-mich-nicht-an“). Pro Pflanze können sich nach der Bestäubung durch Bienen, seltener Hummeln, 1.600 bis 4.300 Samen entwickeln. So kommen in Reinbeständen leicht bis zu 32.000 Samen pro Quadratmeter zusammen. Da die Art gerne entlang von Fließgewässern wächst, werden diese oft noch vom Hochwasser weggetragen. Dies alles erklärt die rasche Ausbreitung in der freien Landschaft und das massenhafte Auftreten an den Wuchsorten.

Die Art wurde 1839 nach England eingeführt und anschließend in den Gärten ganz Europas kultiviert. Heute kommt sie europaweit entlang von Bächen und Flüssen, aber auch auf Feuchtbrachen vor. Die Ausbreitung vor Ort beginnt oft mit der wilden Ablagerung von Gartenabfällen oder Erdaushub. Wie bei der Herkuleskeule sind aber auch die Imker nicht ganz unschuldig, die das Springkraut lange Zeit als Bienenfutterpflanze ausgesät haben.

Für den Aachener Raum gilt hinsichtlich der Verbreitung ähnliches. Robert Dreling, Gerhard Moll und Wolfgang Voigt beschreiben in den 80er Jahren die Ausbreitung entlang des Broichbachtales zwischen Broichweiden und Herzogenrath. Aber auch beispielsweise an Wurm, Rur, Inde und Vicht gibt es mittlerweile ausgedehnte Bestände. An den Weihern und Fischteichen kommt das Kraut ebenso vor wie in den Feuchtgebieten der Bergehalden. Selbst auf dem Aachener Lousberg ist es zu finden (Voigt 2001).

Das Drüsige Springkraut verdrängt die Vertreter der heimischen Flora nicht in dem starken Maße wie etwa Goldrute oder Staudenknöterich. Dennoch kann es manchmal nötig sein, regulierend einzugreifen. Dies geschieht am besten durch komplettes Mähen unmittelbar vor der Blüte. Das Mähgut muss unbedingt beseitigt werden, da sich bei Bodenberührung Adventivwurzeln bilden und neue Seitentriebe aufrecht weiterwachsen. Die Maßnahme muss außerdem über mehrere Jahre durchgeführt werden, weil die Samen lange Zeit ihre Keimfähigkeit behalten.

 

 

Japanischer Staudenknöterich (Reynoutria japonica) und Sachalinknöterich (R. sachalinensis)

 

Die gemeinsame Behandlung in einem Abschnitt ergibt sich aus den hohen Übereinstimmungen bei beiden Arten. Bestes Unterscheidungsmerkmal ist die Form der Blätter: Reynoutria japonica hat kleine, glatte und kahle Blätter, die am Vorderende plötzlich spitz zulaufen. Die Blätter von R. sachalinensis sind deutlich größer, runzelig, leicht behaart und an der Basis herzförmig; vorne sind sie allmählich zugespitzt.

Die satt grünen Blätter sitzen an knotig gegliederten Stängeln, die buschig verzweigt sind. Die Stauden können eine Wuchshöhe von etwa vier Metern erreichen. Jede Pflanze besitzt einen tiefreichenden Wurzelstock, der zahlreiche Ausläufer mit unterschiedlicher Länge hat. Dies führt zu einer starken flächenhaften Ausdehnung und zu dichten Beständen. Außerdem sind die Arten beim Austreiben durch ein schnelles Höhenwachstum gekennzeichnet, so dass andere Pflanzen durch Beschattung und Wurzelkonkurrenz unterdrückt werden.

Die ursprüngliche Heimat des Japanischen Knöterichs ist Ostasien, wo er auf Japan, in China und Korea weit verbreitet ist. Der zweite Vertreter verrät im Namen seine Herkunft von der nördlich von Japan gelegenen Insel Sachalin. Hier werden die Pflanzen in Silos zu Viehfutter verarbeitet. Nach Mitteleuropa sind beide Arten im 19. Jahrhundert zunächst als Zier-, später aber auch als Viehfutterpflanzen gekommen. Die Ausbreitung in der freien Landschaft wurde dadurch ermöglicht, dass man die Knöterich-Arten als Wildfutter und Deckungspflanze angebaut hat. Vor allem Fasane sollten sich in den Dickichten verstecken können. Der Blattverlust im Herbst und die geringe Deckung durch die vertrockneten Stängel zeigten, das sie hierfür jedoch für den Großteil des Jahres ungeeignet waren. Zudem wurden die Stauden kaum, wie man sich das erhofft hatte, zur Äsung angenommen.

Die weitere Ausbreitung erfolgt durch das wilde Abkippen von Gartenabfällen. Auch Erdbewegungen und Bodenablagerungen in Folge von Baumaßnahmen können zur Verschleppung von Wurzelstockteilen führen, was dann an den neuen Standorten zur raschen Ausdehnung des Bestandes führt. Entlang der Bäche und Flüsse können Rhizom-Bruchstücke bei Hochwasser verdriftet werden. Eine ganze Reihe von Vorkommen im Aachener Raum sind so zu erklären. Die Fundorte im Gebiet Stolberg stehen wohl mit einer gezielten Anpflanzung in Zusammenhang: Die Knötericharten können Schwermetalle (zum Beispiel Blei) in ihrem Körper anreichern und somit zur Dekontamination von Böden beitragen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Bestände nach der Vegetationsperiode gemäht und entsorgt werden. Da dies offensichtlich im Bereich der Bleihütten nicht erfolgt, haben sich die Knöterich-Flächen ständig ausgeweitet und bedrohen mittlerweile Naturschutzgebiete.

Will man die stark wuchernden Pflanzen beseitigen, muss man sich auf mehrjährige Maßnahmen einstellen. Oberstes Ziel muss es dann sein, die Rhizome ständig zu schwächen, bis sie ihre Wuchskraft verlieren. Häufiges Ausreißen der Wurzelstöcke im Abstand von etwa vier Wochen kann schon gute Erfolge bringen. Das Ausgraben dürfte aber die sicherste Methoden sein, was aber manchmal wegen des Ausmaßes der Bestände illusorisch bleibt. Will man den Bestand lediglich in Grenzen halten, kann ein mehrmals im Jahr durchgeführter Schnitt dafür sorgen, dass Wachstum und Ausbreitung stagnieren.

 

 

 

 

Wanderratte, Rattus norvegicus

 

Viele Menschen denken, die Wanderratte hätte es schon immer in der europäischen Fauna gegeben. Dem ist aber nicht so. Ursprünglich in den weitläufigen Steppen der Mongolei und Nordchinas zu Hause,  wurde sie erst anfangs des 18. Jahrhunderts mit Schiffen nach Europa eingeschleppt. Von den Hafenstädten ausgehend, hat sie sich aber rasant ausgebreitet. In Deutschland tauchte sie erstmals 1750 auf. Vorher hatte sie bereits England (ab 1730) und Frankreich (ab 1735) erobert. Heutzutage ist die Wanderratte Kosmopolit.

Die Fellfarbe schwankt auf dem Rücken von graubraun bis rotbraun, auf der Bauchseite von hellgrau bis reinweiß. Charakteristisch ist der nahezu unbehaarte, etwa 20 Zentimeter lange Schwanz, der somit etwas kürzer als der Körper ist.

Wanderratten sind es, die sprichwörtlich „das sinkende Schiff“ verlassen. Sie sind ausgezeichnete Schwimmer und Taucher. Das liegt daran, dass ihre Lebensweise seit jeher eng an das Wasser gebunden ist. Auch bei ihrer Entwicklung zum Kulturfolger hat sie dies beibehalten. Man findet sie nicht nur auf Schiffen, sondern auch in Gewässernähe auf dem Land, in feuchten Kellern und Ställen - und natürlich in der menschlichen Kanalisation, die zudem hervorragend ihrem Wesen als Höhlenbewohner entgegenkommt.

Die in Sippen lebenden Ratten mit ausgeprägtem Sozialverhalten sind Allesfresser, tierische Nahrung wird aber bevorzugt. Sie greifen zunächst auf Aas zurück, bevor sie bei Nahrungsmangel lebende Tiere und dabei sogar Menschen attackieren. Die Tiere leben in einem unterirdischen, stark verzweigten Röhrensystem mit Nest- und Vorratskammern, das sie in der Regel nur in der Dämmerung und in der Nacht zur Nahrungssuche verlassen. Hierbei werden hauptsächlich Schuttplätze sowie offene Komposthaufen mit gegarten Küchenabfällen und Essensresten aufgesucht. Zwischen April und September werfen die Weibchen drei- bis siebenmal bis zu zehn, bei guter Nahrungslage bis zu fünfzehn Junge, die ihrerseits mit zwei bis drei Monaten geschlechtsreif werden. Auch die Lebenserwartung von sieben Jahren trägt wesentlich zur starken Vermehrung der Art bei.

Wanderratten gelten als Träger und Überträger von Krankheiten. Bei der Haltung von Vieh spielen sie als Trichinenträger eine wichtige Rolle. Außerdem werden durch sie Salmonellen und Tollwut übertragen. Die Erreger der Weilschen Krankheit gelangen durch verunreinigte Lebensmittel zum Menschen und lösen bei ihm Gelbsucht aus. Auch ohne diese Krankheitskeime können Kot und Urin in den Lagerbeständen von Lebensmitteln großen wirtschaftlichen Schaden anrichten.

Man versucht bislang vergeblich, Wanderratten auszurotten. Man bekämpft sie hauptsächlich mit Fraßködern, die gerinnungshemmende Cumarinderivate enthalten. Die Wirkstoffe lösen zudem in den Kapillaren der Organe und Gewebe Blutungen aus, so dass schließlich der Tod eintritt. Seit Ende der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts stellt man in manchen Gegenden Resistenzbildung bei den sogenannten „Superratten“ fest, die zudem eine höhere Intelligenz aufweisen können. Ihre Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit stellt die Menschheit vor neuartige Probleme.

Im Kreis Aachen wird die Wanderratte in allen Kommunen systematisch mit Ködern bekämpft. Der NABU Aachen-Land ist mehrmals aktiv geworden, wenn man auf die Bekämpfung lediglich mit Aufklebern aufmerksam gemacht hat, die an Straßenlaternen oder Zaunpfählen angebracht gewesen sind. Ohne genaue Ortsangabe ist Familien mit Kindern und Hundebesitzern damit nur wenig gedient.

Angemerkt sei noch, dass der Neubürger Wanderratte vor allem durch die größere Stärke und die höhere Aggressivität die seit dem frühen Mittelalter in ganz Europa heimische Hausratte (Rattus rattus) nahezu ganz verdrängt hat. Deren Flöhe galten seit jeher als Überträger des „Schwarzen Tods“. Im Mittelalter hat die Pest sich dadurch epidemisch im gesamten europäischen Raum mit verheerenden Folgen für die Bevölkerung ausgebreitet.

 

 

Bisam, Ondatra zibethica

 

Oft wird die Art auch „Bisamratte“ genannt, sie gehört aber zur Familie der Wühlmäuse und stellt darin den größten Vertreter. Die Kopf-Rumpf-Länge liegt zwischen 25 und 35 Zentimetern. Hinzu kommt noch ein spärlich behaarter, seitlich zusammengedrückter Schwanz von etwa 20 bis 25 Zentimetern. Das Fell erscheint glänzend, ist auf der Rückenseite kastanienbraun, seitlich heller und auf der Bauchseite braungrau bis weiß.

Der Bisam ist dämmerungs- und nachtaktiv, sehr scheu und wirkt an Land recht unbeholfen. Umso geschickter bewegt er sich im Wasser. Dichte Borstensäume an der Seite der Zehen und Schwimmhäute an deren Basis begünstigen das Schwimmen und Tauchen.

Die ursprüngliche Heimat des Bisam liegt in Nordamerika. Kanada und die meisten Gebiete der USA sind dort von der Art besiedelt. Heute ist aus ihr fast schon ein Kosmopolit geworden, wobei die Hauptverbreitungsgebiete in Eurasien, aber auch in Südamerika liegen.

Die Ausbreitung in Europa begann im Jahre 1905. Damals wurden fünf Exemplare des wertvollen Pelztieres in der Nähe von Prag ausgesetzt. Die rasche Ausbreitung erstaunt heute noch die Experten. Österreich und Deutschland wurden 1914 und die Schweiz 1928 erobert. Andere Populationen, zum Beispiel in Frankreich, entwickelten sich aus Tieren, welche aus nachlässig geführten Zuchtbetrieben entkamen. Heute gibt es kaum noch pflanzenreiche Gewässer in Tiefland und Mittelgebirgen, die nicht vom Bisam besiedelt sind. Seine Nahrung besteht aus Wasser- und Sumpfpflanzen. Bei Pflanzenmangel werden auch Muscheln und Krebse gefressen. An Steilufern gräbt das Tier meterlange Röhren, die in Wohnkesseln münden. Der Eingang liegt hier ebenso unter der Wasseroberfläche wie bei den kuppelförmigen Wohnburgen, die es aus Schilf, Binsen und Gras an Flachufern baut.

Die hohe Vermehrungsrate und das ausgeprägte Wanderverhalten hat auch im Raum Aachen zu einer nahezu flächendeckenden Verbreitung geführt. Wegen der Reduzierung des Pflanzenwuchses an den Gewässern durch Fraß und der Schädigung von Uferböschungen und Dämmen durch Wühlen wurden in der Vergangenheit Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung getroffen. In den 90er Jahren haben Kommunen die Hilfe von Mitarbeitern des Bonner Amtes für Pflanzenschutz für gezielte Bekämpfung in Anspruch genommen.

Naturschützer bewerten die Bisam-Problematik uneinheitlich. Auf der einen Seite werden Schilfbrütern wie Teichrohrsänger und Rohrdommel durch Entnahme von Pflanzenmaterial die Brutmöglichkeiten genommen, andererseits entstehen zum Beispiel durch den Burgenbau freie Wasserflächen inmitten des Röhrichts, die von anderen Wasservögeln genutzt werden und in denen sich Schwimmblattpflanzen ausbreiten können. Wasserwirtschaftliche Schäden treten vor allem dort auf, wo Bäche und Flüsse kanalisiert und Stehgewässer ausgebaut wurden. Würde man zum Beispiel den Forderungen des NABU Aachen-Land folgen und die Gewässer großzügig renaturieren, wären wohl die Gefahren durch den Bisam nicht so immens.

 

 

Nutria, Myocastor coypus

 

Nutrias oder Biberratten erreichen Hasengröße und sind somit deutlich größer als der Bisam, der kleiner als ein Kaninchen ist. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 45 bis 65 Zentimeter, der drehrunde, beschuppte und fast haarlose Schwanz misst 30 bis 45 Zentimeter. Das Auffälligste sind die breiten, orangeroten Nagezähne. Die Grundfarbe des Fells ist Graubraun, die sogenannten Grannenhaare variieren von gelbgrau über braun bis zu schwarz, wodurch das Fell recht unterschiedlich wirken kann. Die Hinterfüße besitzen Schwimmhäute zwischen den Zehen, wodurch Nutrias sehr gut schwimmen können.

Ursprünglich ist die Art in den gemäßigten und subtropischen Teilen Südamerikas zu Hause. In Chile, Argentinien, Uruguay, Paraguay und Südbrasilien besiedeln sie Gewässer jeglicher Art. Auch im Mündungsbereich der Flüsse an den Küsten sind sie im Brackwasser zu finden. In Europa wurden sie wegen ihres sehr wertvollen Pelzes als Farmtiere gehalten. Ab Ende des 19. Jahrhunderts sind in Frankreich erste Exemplare aus Gefangenschaft entkommen und haben zunächst für eine nur sporadische Verbreitung gesorgt. Zwischen den beiden Weltkriegen kam es dann vermehrt zur Ansiedlung in sumpfreichem Gelände (Deutschland um 1930, England 1932, Schweden 1938 und Dänemark 1945). Später hat es regelrechte Ansiedlungsprojekte gegeben. Freilandvorkommen gibt es unter anderen noch in Finnland, den Niederlanden, Österreich, Spanien, Italien und Griechenland. Weltweit gilt die Biberratte noch in Afrika, Asien und im Mittleren Osten als eingebürgert.   

Im Gegensatz zum Bisam sind Nutrias durchaus auch tagaktiv. Die Nahrung besteht fast ausschließlich aus Pflanzen und Pflanzenteilen, nur ganz selten werden Muscheln, Fische und Vogeleier aufgenommen. Neben Gras, Wasserpflanzen, Baumrinde und Wurzeln werden auch Feldfrüchte und Obst genommen, weswegen man inzwischen nicht selten Einzelexemplare weitab von Gewässern, dem ursprünglichen Lebensraum, findet.

Für das Alsdorfer Stadtgebiet ist dieses Phänomen relativ gut dokumentiert:

Bereits 1954 stellt Gerhard Moll die Art am Alsdorfer Weiher fest. Die scheinbare Gewässertreue ist in der Folgezeit durch folgende Beobachtungen und Totfunde belegt: Siefengraben bei der ehemaligen Kläranlage Broich, Broicher Weiher, Auwald bei Kranentalsmühle, Euchener Bach in Alt-Ofden, Broichbach im Bereich der sogenannten Ruhezone, Tümpel neben dem Alsdorfer Weiher. Totfunde gibt es aber auch in der Siedlung Busch, am Blumenrather Hof und in der Feldflur oberhalb der Broicher Mühle. In diesem Bereich dürften es die Tiere auf Zuckerrüben und Maispflanzen abgesehen haben. Gleich zwei Fundorte überfahrener Tiere gibt es an der Ofdener Theodor-Seipp-Straße. Während das eine Tier am Eingang zum Alsdorfer Tierpark festgestellt wird, also ganz in der Nähe des Alsdorfer Weihers, liegt das zweite in der Nähe der Alt-Ofdener Dorfstraße mitten in der Siedlung. Beim Umherstreifen entdecken sie auch neue Lebensräume am Wasser, was die Ansiedlung an der Bergehalde Anna im Jahre 2002 beweist.

Nutrias graben zwar auch Röhren-Baue in Uferböschungen und Dämme, wühlen dabei aber nicht so stark wie der Bisam. Dennoch können gelegentlich Schäden in geringem Umfang entstehen. Bisher werden die Tiere nicht gezielt verfolgt, fallen aber oft genug Bisamjägern zum Opfer, weil sie denselben Lebensraum beanspruchen.

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Ornithologische Highlights  aus 50 Jahren im Raum Aachen

 

zusammengestellt von Wolfgang Voigt

 

02.12.1953   Raufußbussard, Buteo lagopus: Bis zum 7. Dezember ist ein Exemplar im Broichbachtal bei Kranentalsmühle in Alsdorf zu beobachten. (GERHARD MOLL)

 

1954           Zwergdommel, Ixobrychus minutus: GERHARD MOLL stellt ein Exemplar an der Laache in der Nähe der Kläranlage Broichbachtal in Alsdorf fest.

 

1955           Zwergdommel, Ixobrychus minutus: Bei Alsdorf wird ein Tier geschossen. (WOLTERS)

 

18.02.1957   Dreizehenmöwe, Rissa tridactyla: Am Alsdorfer Weiher werden drei Exemplare beobachtet. Sie halten sich hier bis zum 22.02.1957 auf (GERHARD MOLL)

 

09.10.1957   Zwergstrandläufer, Calidris minuta: GERHARD MOLL stellt die Art erstmals am Sueren Pley in Alsdorf fest.

 

25.03.1958   Sumpfohreule, Asio flammeus: JOSEF MÜLLER beobachtet ein Tier an der Kläranlage Broichbachtal in Alsdorf.

 

1960           Rotkopfwürger, Lanius senator: In Übach-Palenberg gelingt ein Brutnachweis. (Quelle: GERHARD MOLL)

 

17.09.1960   Zwergstrandläufer, Calidris minuta: Erneut beobachtet GERHARD MOLL diese Art am Sueren Pley in Alsdorf. Diesmal sind es gleich drei Exemplare. Die letzte Beobachtung an dieser Stelle liegt vom 24. September 1996 vor (HANDSCHUR/MOLL/NÖTHGEN).

 

19.09.1960   Rotkopfwürger, Lanius senator: GERHARD MOLL beobachtet ein Exemplar im Bergsenkungsgebiet bei Altmerberen.

 

11.1961       Sumpfohreule, Asio flammeus: JOSEF MÜLLER stellt in diesem Monat drei Exemplare in der Laache bei der Kläranlage Broichbachtal in Alsdorf fest.

 

12.03.1961   Temminckstrandläufer, Calidris temminckii: GERHARD MOLL beobachtet ein Exemplar am Sueren Pley in Alsdorf.

 

17.12.1961   Eiderente, Somateria mollissima: Auf dem Stausee bei Obermaubach wird von GERHARD MOLL ein Einzelexemplar beobachtet.

 

10.03.1963   Bergente, Aythya marila: GERHARD MOLL beobachtet drei Exemplare auf dem Stausee bei Obermaubach.

 

14.5.1965    Zwergdommel, Ixobrychus minutus: GERHARD MOLL entdeckt ein Exemplar am Broicher Weiher in Alsdorf.

 

09.1965       Schwarzhalstaucher, Podiceps nigricollis: GERHARD MOLL sieht ein Exemplar am Entenpfuhl in Bardenberg.

 

15.06.1966   Bergente, Aythya marila: GERHARD MOLL stellt ein Einzelexemplar auf dem Rückhaltebecken Herzogenrath fest.

 

13.11.1966   Prachttaucher, Gavia arctica: Auf dem Obermaubacher Stausee wird ein Einzelexemplar beobachtet. (SCHULTZ/TOMASSO)

 

1967           Birkhuhn, Lyrurus tetrix: Bei Mützenich wird ein Tier mit Flügelverletzung aufgefunden. (Quelle: MOLL-Tagebuch Nr. 12)

 

22.01.1967   Seidenschwanz, Bombycilla garrulus: ECKARD RESKE beobachtet dreißig Tiere am Hangeweiher in Aachen.

 

14.01.1968   Eisente, Clangula hyemalis: Auf dem Staubecken Obermaubach wird ein Einzelexemplar beobachtet. (SCHULTZ)

 

14.01.1968   Bergente, Aythya marila: SCHULTZ sieht ein Exemplar auf dem Staubecken Obermaubach.

 

31.01.1968   Saatgans, Anser fabalis: GERHARD und WILFRIED MOLL sehen fünf rastende Tiere in einem Feld bei Alsdorf-Neuweiler.

 

28.04.1968   Birkhuhn, Lyrurus tetrix: ETSCHENBERG und RESKE sehen etwa 20 Tiere im Hohen Venn bei Kalterherberg.

 

23.03.1969   Birkhuhn, Lyrurus tetrix: Auf dem Truppenübungsplatz Elsenborn wird die Birkhuhn-Balz beobachtet. (G.MOLL / W.MOLL / RESKE)

 

17.04.1969   Säbelschnäbler, Recurvirostra avosetta: GERHARD und WILFRIED MOLL sehen ein Einzelexemplar am leergepumpten Rückhaltebecken in Herzogenrath.

 

25.04.1969   Steinwälzer, Arenaria interpres: Ein Exemplar wird auf dem trockengelegten Rückhaltebecken in Herzogenrath beobachtet; es ist auch noch am darauffolgenden Tag da. (R.HENNES/MOLL)

 

20.06.1969   Wachtelkönig, Crex crex : Am Schneeberg bei Aachen-Seffent werden zwei rufende Männchen festgestellt. (MOLL/RESKE)

 

12.10.1969   Zwergstrandläufer, Calidris minuta: GERHARD MOLL beobachtet zwei Exemplare an einem Kleingewässer bei Alsdorf-Schaufenberg.

 

14.03.1970   Kranich, Grus grus : An diesem und am darauffolgenden Tag rasten etwa 170 Tiere zwischen Baesweiler und Neuweiler. (MOLL)

 

15.03.1970   Saatgans, Anser fabalis: WILFRIED MOLL zählt in einem Feld zwischen Alsdorf und Baesweiler dreizehn rastende Exemplare.

 

10.06.1970   Ziegenmelker, Caprimulgus europaeus: An diesem Tag beginnt eine Reihe von Beobachtungen im Forst Wenau bei Schevenhütte. Die letzte Feststellung erfolgt dort am 21. Juni 1986. (GERHARD MOLL)

 

28.12.1970   Singschwan, Cygnus cygnus: Auf dem Lucherberger See bei Weisweiler halten sich 13 Exemplare  gleichzeitig auf. (Quelle: MOLL-Tagebuch Nr. 16)

 

16.01.1971   Alexander-Sittich, Psittacula eupatria: Am Osthang des Wurmtals bei Würselen werden acht Exemplare beobachtet. (KLINKENBERG/G.MOLL/W.MOLL). Ein weiterer Nachweis gelingt am 25.10.1971 (ROSS, Quelle: MOLL-Tagebuch Nr. 17)

 

16.06.1971   Rotmilan, Milvus milvus: HELMUT KLUSSMANN und GERHARD MOLL entdecken im Forst Wenau bei Schevenhütte einen „Horst u.a. mit Textilien in einer Kiefer“.

 

1971           Wachtelkönig, Crex crex: WILHELM HARK stellt im Sommer die Art am Oidtweiler Graben bei Alsdorf-Bettendorf fest.

 

12.10.1971   Birkhuhn, Lyrurus tetrix: GERHARD MOLL sieht fünf Männchen im Hohen Venn nördlich der Straße Mützenich - Eupen.

 

07.1972       Wachtelkönig, Crex crex: Ein Einzelexemplar wird bei Simmerath festgestellt. (KRUCK, Quelle: MOLL-Tagebuch Nr. 18)

 

03.09.1972   Flamingo, Phoenicopterus spec.: ROLF HENNES beobachtet ein Tier unbestimmter Art am Sueren Pley in Alsdorf.

 

27.10.1972   Eiderente, Somateria mollissima: GERHARD MOLL sieht ein Exemplar auf dem Kupferbach-Stauweiher in Aachen.

 

17.12.1972   Prachttaucher, Gavia arctica: HERIBERT SCHWARTHOFF sieht ein Einzelexemplar auf dem Lucherberger See bei Weisweiler.

 

04.04.1973   Bartmeise, Panurus biarmicus: In der sogenannten „Laache“ in der Nähe der Kläranlage Broichbachtal in Alsdorf wird erstmals ein Exemplar beobachtet. Das Tier hält sich bis zum 26.04.1973 hier auf. Es besteht Brutverdacht. (HAESE/R.HENNES)

 

14.07.1974   Wachtelkönig, Crex crex: GERHARD MOLL stellt am Schneeberg in Aachen-Seffent ein Einzelexemplar fest.

 

16.10.1974   Kleines Sumpfhuhn, Porzana parva: KARL GLUTH beobachtet die Art erstmalig bei Noppenberg.

 

1975           Raufußkauz, Aegolius funereus: HELMUT KLUSSMANN stellt in diesem Jahr eine Brut im Grenzbereich bei Mützenich fest.

 

05.1975       Temminckstrandläufer, Calidris temminckii: ROLF HENNES beobachtet ein Exemplar südlich der Bergehalde Carl Alexander in Baesweiler. Am 25. Mai sieht GERHARD MOLL drei Exemplare bei Altmerberen.

 

04.05.1975   Wachtelkönig, Crex crex: ROLF HENNES hört bis zum 11. Mai Rufe aus einem Feld südlich der Bergehalde Carl Alexander in Baesweiler.

 

20.05.1975   Kiebitzregenpfeifer, Pluvialis squatarola: Bis zum 22. Mai wird das Tier von ROLF HENNES am Bergsenkungsgewässer „Sueren Pley“ in Alsdorf beobachtet.

 

08.1975       Purpurreiher, Ardea purpurea: Bis in den September hinein hält sich ein Tier am Casino-Weiher in La Calamine auf. (Quelle: MOLL-Tagebuch Nr. 23)

 

09.1975       Wiesenweihe, Circus pygargus: ROLF HENNES beobachtet ein Jungtier in der Feldmark zwischen Puffendorf und Gereonsweiler.

 

05.09.1975   Temminckstrandläufer, Calidris temminckii: ROLF HENNES sieht ein Exemplar am Rückhaltebecken Herzogenrath.

 

27.11.1975   Eisente, Clangula hyemale: PETER WEGENER aus Leverkusen beobachtet auf dem Staubecken Obermaubach fünf Tiere. (Quelle: MOLL-Tagebuch Nr. 24)

 

03.12.1975   Kleines Sumpfhuhn, Porzana parva: EMIL NORD sieht ein Exemplar in der Kläranlage Broichbachtal in Alsdorf. Eine zweite Beobachtung gelingt dort am 15. Dezember.

 

1976           Seidensänger, Cettia cetti: Von verschiedenen Beobachtern wird die Art in diesem Jahr aus dem NSG Unteres Broichbachtal bei Noppenberg und von der Laache in Alsdorf gemeldet. (GLUTH, R.HENNES, JOSSEN, MOLL)

 

11.03.1976   Kranich, Grus grus: Knapp 70 Exemplare rasten in der Aachener Soers. (FROHN, Quelle: MOLL-Tagebuch Nr. 24)

 

26.04.1977   Pfuhlschnepfe, Limosa lapponica: ROLF HENNES beobachtet am Bergsenkungsgewässer Siersdorf zwei Tiere.

 

07.1977       Säbelschnäbler, Recurvirostra avosetta: ROLF HENNES beobachtet ein Einzelexemplar im Bergsenkungsgebiet Siersdorf.

 

18.10.1977   Spornammer, Calcarius lapponicus: MICHAEL und ROLF HENNES entdecken die Art auf einem Feld zwischen Altmerberen und der Bergehalde Carl Alexander in Baesweiler.

 

30.11.1977   Eistaucher, Gavia immer: Die Art wird an diesem Tag erstmalig auf dem Lucherberger See bei Weisweiler festgestellt. (KLINKENBERG, KLÜNDER)

 

03.1978       Haselhuhn, Tetrastes bonasia: Bis in den April hinein gibt es Beobachtungen bei Großhau am Hürtgenwald (TOMASSO, Quelle: MOLL-Tagebuch Nr. 30)

 

05.03.1978   Bergente, Aythya marila: GERHARD MOLL beobachtet ein Männchen auf dem Stausee bei Obermaubach.

 

16.05.1978   Rotkehlpieper, Anthus cervinus: KURT GERECHT und MICHAEL HENNES sehen das Tier auf einem Feld bei Alsdorf.

 

31.10.1978   Kranich, Grus grus: GERHARD MOLL stellt 24 rastende Tiere bei Alsdorf fest.

 

01.11.1978   Zwergschwan, Cygnus columbianus: ROLF HENNES beobachtet ein einzelnes Tier am Bergsenkungsgewässer Siersdorf.

 

04.12.1978 Kranich, Grus grus: Am Bergsenkungsgewässer Sueren Pley in Alsdorf werden etwa 100 rastende Tiere festgestellt. (MÜLLER)

 

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93 Ornithologische Highlights  im Raum Aachen

(ab 2003)

 

zusammengestellt von Wolfgang Voigt

 

 

 

14.01.2012   Spießente, Anas acuta: ARMIN Teichmann sieht einen Erpel im Teichgebiet bei Übach-Palenberg.

 

25.12.2011   Silberreiher, Casmerodius albus: HARTMUT FEHR beobachtet und fotografiert ein Exemplar an der Inde bei der Elgermühle in Stolberg.

 

09.11.2011   Uhu, Bubo bubo: SYLVIA WERTHMANN hört nachts gegen 4 Uhr Rufe im Fohlenweg in Alsdorf-Ofden.

 

17.09.2011   Schwarzmilan, Milvus migrans: WOLFGANG VOIGT beobachtet ein ziehendes Tier über dem Blausteinsee bei Eschweiler.

 

04.09.2011   Wespenbussard, Pernis apivorus: 23 Tiere kreisen im Aufwind über der Bergehalde Anna bei Herzogenrath-Noppenberg und ziehen dann nach Süden ab. (GERHARD ERDTMANN / KARL GLUTH)       

 

20.08.2011   Wespenbussard, Pernis apivorus: Ein Exemplar kreist mit einer Wabe im Schnabel über dem Fuchsberg und dem Rückhaltebecken in Herzogenrath. (ARNOLD NÖTHGEN, WOLFGANG VOIGT und andere)

 

16.08.2011   Weißstorch, Ciconia ciconia: Etwa 30 Tiere beziehen auf einer Weide bei Konzen gegen 20.30 Uhr ihr Nachtquartier. (KIRSTEN BOCK)

 

17.06.2011   Wachtelkönig, Crex crex: HANS-GEORG BOMMER und ARMIN TEICHMANN hören Balzrufe am Laprell-Baggersee bei Heinsberg.

 

14.05.2011   Wendehals, Jynx torquilla: HORST HANDSCHUR, ARNOLD NÖTHGEN und WOLFGANG VOIGT stellen ein Exemplar auf dem Kellersberger Friedhof in Alsdorf fest.

 

01.04.2011   Rostgans, Casarca ferruginea: HANS-GEORG BOMMER beobachtet zwei Exemplare im Feuchtgebiet bei Siersdorf.

 

19.03.2011   Trauerbachstelze, Motacilla yarellii: HANS RAIDA sieht ein Exemplar an der Biogasanlage in der Parkstraße in Besweiler.

 

19.03.2011   Zwergschnepfe, Lymnocryptes minimus: Zwei Exemplare fliegen auf der ehemaligen Deponie Maria Theresia auf. (GERHARD ERDTMANN / WOLFGANG VOIGT)

 

22.02.2011   Merlin, Falco columbarius: In einem Hausgarten im belgischen Raeren-Lichtenbusch jagt ein Einzeltier Sperlinge. (HORST HANDSCHUR)

 

24.01.2011   Birkenzeisig, Acanthis flammea: GÜNTER VENOHR beobachtet etwa 50 Exemplare auf der ehemaligen Deponie Maria Theresia in Herzogenrath.

 

01.2011       Gänsesäger, Mergus merganser: ARMIN TEICHMANN stellt bei mehreren Beobachtungen ein Männchen und bis zu zwei Weibchen im Teichgebiet bei Übach-Palenberg fest.

 

01.12.2010   Raufußbussard, Buteo lagopus: THORBEN SEEGER beobachtet am Barmener See bei Jülich ein Einzelexemplar.

 

17.11.2010   Silberreiher, Casmerodius albus: KIRSTEN RIETHMACHER sieht gegen 17 Uhr ein Tier an der Allee zwischen Alsdorf-Zopp und Reifeld.

 

15.11.2010   Kolkrabe, Corvus corax: WOLFGANG VOIGT beobachtet um 9.15 Uhr zwei kreisende Exemplare über der Bergehalde Anna 1 in Alsdorf.

 

01.11.2010   Silberreiher, Casmerodius albus: ARMIN TEICHMANN beobachtet (auch in der Folgezeit) ein Tier im Bereich des Sueren Pley in Alsdorf. (Letzte Beobachtung: 29.11. durch KLUMB)

 

16.10.2010   Silberreiher, Casmerodius albus: KARL GLUTH und JOSEF LOTHMANN beobachten ein Tier im Bruchwald unterhalb dem Broicher Weiher in Alsdorf.

 

22.06.2010   Weißstorch, Ciconia ciconia: THORBEN SEEGER sieht am Barmener See bei Jülich ein Einzeltier.

 

02.05.2010   Kolkrabe, Corvus corax: Um die Mittagszeit hält sich ein einzelner Rabe im Ofdener Grünkreuz in Alsdorf auf. (WOLFGANG VOIGT)

 

14.04.2010   Wiedehopf, Upupa epops: PETER ROBERTZ sieht ein Exemplar am Schlangenberg in Stolberg.

 

12.04.2010   Silberreiher, Casmerodius albus: THORBEN SEEGER stellt am Barmener See bei Jülich ein Einzeltier fest.

 

12.03.2010   Silberreiher, Casmerodius albus: GERHARD und INGRID ERDTMANN beobachten an den Baggerseen bei Jülich-Kirchberg drei fliegende Exemplare. Am 18.3.2010 zählen MARIA ESSER und CLAUDIA ZENTIS acht Tiere.  

 

21.02.2010   Silberreiher, Casmerodius albus: HANS RAIDA sieht ein Exemplar am renaturierten Merzbach bei Alsdorf-Warden.

 

19.02.2010   Silberreiher, Casmerodius albus: HEIKE MERKENS beobachtet im Broichbachtal bei der ehemaligen Berger Mühle in Herzogenrath ein Einzeltier.

 

16.02.2010   Raufußbussard, Buteo lagopus: THEO DICKS sieht am Barmener See bei Jülich ein einzelnes Exemplar.

 

09.02.2010   Eistaucher, Gavia immer: Auf dem Lucherberger See bei Eschweiler wird wieder einmal ein Einzeltier festgestellt. (THEO DICKS)

 

04.02.2010   Zwergsäger, Mergellus albellus: HANS-GEORG BOMMER und ARMIN TEICHMANN beobachten am Blausteinsee bei Eschweiler zwei Männchen und zwei Weibchen.

 

03.02.2010   Mantelmöwe, Larus marinus: „Im Hochfeld“ westlich Herzogenrath-Merkstein sieht HANS RAIDA ein Einzelexemplar.

 

05.01.2010   Feldlerche, Alauda arvensis: HORST HANDSCHUR beobachtet während des Nachmittagtrainings der Aachener Alemannia auf dem alten Tivoli in Aachen 18 Exemplare. Der Schwarm zeigt sich vom Betrieb im Stadion kaum beeindruckt und fliegt jeweils in gerade nicht benutzte Bereiche. Wegen der Rasenheizung ist der Fußballplatz vermutlich die einzige offene Grünfläche im total verschneiten Aachener Raum.

 

11.11.2009   Rotmilan, Milvus milvus: Herr KNUBBEN sieht um 13.30 Uhr über Würselen 24 Rotmilane mit S-Kurs. (Quelle: EIKE LANGE)

 

24.09.2009   Sumpfohreule, Asio flammeus: MARIA ESSER beobachtet an der Neuen Inde südlich Jülich-Kirchberg ein Exemplar, das von Krähen gehasst wird.    

 

20.09.2009   Taigazilpzalp, Phylloscopus collybita tristis: HORST HANDSCHUR beobachtet ein Exemplar in seinem Garten in Aachen-Lichtenbusch.

 

03.09.2009   Weißstorch, Ciconia ciconia: SUSANNE SCHILKE sieht in der Feldflur zwischen Würselen-Birk und dem Schleibacher Hof  etwa zehn Störche.

 

13.06.2009   Orpheusspötter, Hippolais polyglotta: ARNOLD NÖTHGEN und WOLFGANG VOIGT erleben ein singendes Exemplar auf der ehemaligen Deponie Maria Theresia in Herzogenrath.

 

22.03.2009   Weißstorch, Ciconia ciconia: HANS RAIDA meldet ein Tier vom Haus Heyden in Aachen-Horbach.  

 

01.2009       Seidenschwanz, Bombycilla garrulus: GÜNTER KRINGS, DIETRICH PFEILSTICKER und HEINZ WEISHAUPT registrieren Anfang Januar etwa 50 Tiere in Simmerath.

 

20.09.2008   Fischadler, Pandion haliaetus: KARL GLUTH beobachtet ein Tier über dem Blausteinsee bei Eschweiler.

 

06.07.2008   Schwarzstorch, Ciconia nigra: OLAF OP DEN KAMP sieht in den Nachmittagsstunden ein Exemplar auf einer Wiese unter dem Eisenbahn-Viadukt im belgischen Moresnet.

 

26.05.2008   Kolkrabe, Corvus corax: In der Spitze einer Pappel am Ententeich des Alsdorfer Tierparks hält sich am Vormittag längere Zeit ein rufendes Tier auf. (WOLFGANG VOIGT)

 

19.04.2008   Weißstorch, Ciconia ciconia: BERNHARD A. CÜPPER sieht auf einem Feld in der Nähe der Nivelsteiner Sandwerke zwischen Herzogenrath-Wildnis und Hofstadt um 9 Uhr zwei Tiere.

 

14.04.2008   Sumpfohreule, Asio flammeus: GÜNTER VENOHR beobachtet ein Exemplar auf der ehemaligen Deponie Maria Theresia in Herzogenrath.

 

27.01.2008   Silberreiher, Casmerodius albus: Auf einer OVA-Exkursion zum Barmener See bei Linnich wird ein Tier gesichtet. (Quelle: GERHARD ERDTMANN)

 

27.01.2008   Bergente, Aythya marila: Ein vorjähriges Weibchen schwimmt auf dem Barmener See bei Linnich (GERHARD ERDTMANN)

 

30.11.2007   Silberreiher, Casmerodius albus: HEINZ WEISHAUPT beobachtet sechs Exemplare an der neuen Inde bei Aldenhoven.

 

30.10.2007   Weißstorch, Ciconia ciconia: Auf Wiesen am Brüsseler Ring zwischen Aachen und Aachen-Brand werden zwei Exemplare beobachtet. (Quelle: GÜNTER KRINGS)

 

09.2007       Fischadler, Pandion haliaetus: Ende des Monats fliegen zwei Exemplare mit SW-Kurs über die Perlenbachtalsperre. (Quelle: HEINS WEISHAUPT)

 

23.09.2007   Silberreiher, Casmerodius albus: Acht Exemplare fliegen über Simmerath. (Quelle: HEINZ WEISHAUPT)

 

06.09.2007   Flamingo, Phoenicopterus spec.: HORST HANDSCHUR beobachtet ein überfliegendes Exemplar in Aachen-Lichtenbusch.

 

03.06.2007   Kolkrabe, Corvus corax: WOLFGANG VOIGT beobachtet am Vormittag ein Einzelexemplar in den Bäumen bei der Graureiher-Kolonie am Alsdorfer Tierpark. Am Nachmittag fliegen zwei rufende Exemplare etwa eine halbe Stunde lang über der Siedlung Alsdorf-Ofden.

 

30.05.2007   Weißstorch, Ciconia ciconia: Überflug eines Exemplars über das Broichbachtal bei Alsdorf-Ofden gegen 14.30 Uhr (WOLFGANG VOIGT)

 

13.05.2007   Silberreiher, Casmerodius albus: DR. EIKE LANGE beobachtet ein Exemplar auf einer Exkursion des NABU Aachen-Land im Münsterbachtal in Stolberg.

 

12.05.2007   Schwarzstorch, Ciconia nigra: Auf einer Exkursion des NABU Aachen-Stadt unter Leitung von LISA und OLAF OP DEN KAMP wird ein Tier beobachtet, das über dem Hohnbachtal beim belgischen La Calamine (Kelmis) kreist.

 

06.05.2007   Beutelmeise, Remiz pendulinus: Am Tümpel neben dem Alsdorfer Weiher ist Gesang zu hören (WOLFGANG VOIGT). KURT GERECHT hört Anfang Mai mit hoher Sicherheit an zwei Stellen im Broichbachtal beim Alsdorfer Weiher ebenfalls ein singendes Exemplar.

 

04.05.2007   Weißstorch, Ciconia ciconia: Vier Tiere kreisen über den Wiesen zwischen Strauch und Witzerath. (Quelle: HEINZ WEISHAUPT)

 

30.04.2007   Kolkrabe, Corvus corax: RENATE und WOLFGANG VOIGT sehen ein Tier in einer hohen Weide an den Anzuchtteichen oberhalb Alsdorfer Weiher.

 

27.04.2007   Rotmilan, Milvus milvus: SIEGFRIED BURGHARDT findet bei Kalterherberg einen besetzten Horst.

 

22.04.2007   Raufußkauz, Aegolius funereus: HEINZ WEISHAUPT hört an diesem und am darauffolgenden Tag Rufe am Stehling bei Mützenich.

 

16.04.2007   Wiedehopf, Upupa epops: FABIAN CUJAI beobachtet ein Exemplar in einem Garten an der Langstraße in Alsdorf-Hoengen.

 

25.03.2007   Mittelspecht, Dendrocopus medius: HEINZ WEISHAUPT lockt bei Woffelsbach ein Paar mit Hilfe einer Klangattrappe an. Ein Einzelexemplar reagiert auch am 29. April 2007.

 

25.03.2007   Mittelspecht, Dendrocopus medius: Auf einer Exkursion des NABU Aachen-Land in den Propsteier Wald bei Eschweiler unter Leitung von HERMANN SCHMALDIENST werden mindestens zwei Brutreviere festgestellt.

 

04.03.2007   Seidenschwanz, Bombycilla garrulus: SIEGFRIED BURGHARDT und HEINZ WEISHAUPT zählen mindestens 26 Exemplare in der Nähe des Schweizer Hofes zwischen Imgenbroich und Simmerath. Die Tiere halten sich bereits seit dem 24. Februar in den Schneeball-Sträuchern an der B 399 auf.

 

17.12.2006   Silberreiher, Casmerodius albus: HERMANN SCHMALDIENST sieht ein Einzelexemplar an der Neuen Inde in Höhe des Kieswerkes.

 

11.11.2006   Silberreiher, Casmerodius albus: Zwei Tiere fliegen bei Witzerath. (Quelle: HEINZ WEISHAUPT)

 

10.2006       Fischadler, Pandion haliaetus: Bei einer NABU-Exkursion Anfang des Monats ist ein über Rurberg ziehendes Exemplar der Höhepunkt. (Quelle: HEINZ WEISHAUPT)

 

08.2006       Nachtreiher, Nycticorax nycticorax: HANS RAIDA beobachtet im Naherholungsgebiet Übach-Palenberg einen Vogel, der zunächst als Zwergdommel angesehen wird, sich später aber als ein Jungvogel der Art Nachtreiher herausstellt.

 

16.08.2006   Sichler, ?Plegadis falcinellus?: KARL GLUTH beobachtet ein Exemplar im Feuchtgebiet bei Siersdorf. Das Tier hält sich dort auch am darauffolgenden Tag auf. (Quelle: ARNOLD NÖTHGEN) Eine Woche später sieht UDO THORWESTEN einen Sichler im Wurmtal bei der Alten Mühle.

 

23.05.2006   Alpensegler, Apus melba: In den Nivelsteiner Sandgruben in Herzogenrath wird ein ermatteter Vogel gefunden, der zunächst als „Greifvogel“ gemeldet wird. GERHARD MOLL und GÜNTER VENOHR bestimmen ihn als Alpensegler. Vermutlich ist er durch die Stürme der letzten Tage verdriftet worden. Das Tier kommt in die Pflege von DR. EIKE LANGE. – Die letzte Beobachtung eines Alpenseglers im Rheinland datiert auf das Jahr 1907. Das nächste Brutgebiet liegt aktuell bei Freiburg im Breisgau.

 

24.04.2006   Kolkrabe, Corvus corax: WOLFGANG VOIGT beobachtet vormittags ein Einzelexemplar im Umfeld der Bergehalde Anna 1 in Alsdorf.

 

07.03.2006   Moorente, Aythya nyroca: WOLFGANG VOIGT sieht erstmals einen Erpel auf dem Ententeich des Alsdorfer Tierparks. (Letzte Beobachtung: 18. Februar 2010, VOIGT; mittlerweile zwei Männchen)

 

21.01.2006   Bergente, Aythya marila: Auf dem so genannten “Tittisee” beim Rückhaltebecken Herzogenrath wird ein Weibchen beobachtet. (HORST HANDSCHUR / GERHARD MOLL / ARNOLD NÖTHGEN) Es hält sich auch noch im Februar hier auf. (RITA ROBERTZ / WOLFGANG VOIGT)

 

12.01.2006   Mittelspecht, Dendrocopus medius: GÜNTER KRINGS beobachtet in seinem Garten in Dedenborn ein Exemplar bei der Nahrungssuche in einem alten Apfelbaum.

 

10.01.2006   Kolkrabe, Corvus corax: Am Vormittag sind in Alsdorf längere Zeit zwei Exemplare im Bereich Bergehalde Anna 1, Tierpark, Realschule, Gymnasium und Alsdorfer Weiher zu beobachten (WOLFGANG VOIGT). Am 16.1.2006 macht BERNHARD A. CÜPPER ähnliche Beobachtungen.

 

08.01.2006   Raufußbussard, Buteo lagopus: HANS RAIDA beobachtet am Blausteinsee bei Eschweiler zwei Exemplare.

 

30.10.2005   Goldregenpfeifer, Pluvialis apricaria: Mehr als fünf Tiere werden auf einer Exkursion des ORNITHOLOGISCHEN VEREINS AACHEN (OVA) im neuen Indetal bei Kirchberg beobachtet. (GERHARD ERDTMANN)

 

17.09.2005   Kolkrabe, Corvus corax: ARNOLD NÖTHGEN und WOLFGANG VOIGT beobachten über dem Feuchtgebiet bei Siersdorf, wie ein Rabe zunächst von Rabenkrähen, dann von Dohlen attackiert wird.

 

14.09.2005   Zwergadler, Hieraaetus pennatus: BERNHARD A. CÜPPER und WOLFGANG VOIGT beobachten einen Zwergadler über der Bergehalde Anna 1 in Alsdorf.

 

18.06.2005   Ziegenmelker, Caprimulgus europaeus: HANS-GEORG BOMMER hört in der Teverener Heide drei Exemplare.

 

29.05.2005   Kolkrabe, Corvus corax: HERMANN SCHMALDIENST und WOLFGANG VOIGT hören Rufe in der ehemaligen Kieswäsche in Eschweiler-Kinzweiler. Das Tier streicht Richtung ehemaliger Deponie Warden ab.

 

18.03.2005   Sichler, ?Plegadis falcinellus?: ROBERT SCHMETZ sieht ein Exemplar im Hohnbachtal beim belgischen La Calamine (Kelmis).

 

12.03.2005   Schwarzschwan, Cygnus atratus: Nach langer Zeit wird auf dem Rückhaltebecken in Herzogenrath wieder ein Exemplar beobachtet. (GERHARD MOLL / ARNOLD NÖTHGEN). Es verweilt auch in den Folgemonaten. Schließlich kommt es sogar zur Verpaarung und zu einer erfolgreichen Brut, aus der drei Jungtiere hervorgehen.

 

12.02.2005   Bahama-Ente, Anas bahamensis: Der Exot wird auf dem Rückhaltebecken in Herzogenrath beobachtet. (GERHARD MOLL / ARNOLD NÖTHGEN)

 

18.01.2005   Raufußbussard, Buteo lagopus: HELGA ERTONG-NÜSSGENS beobachtet in ihrem Garten an der Theodor-Seipp-Straße in Alsdorf-Ofden ein Tier beim Kröpfen einer Taube.

 

15.01.2005   Kolkrabe, Corvus corax: WOLFGANG VOIGT beobachtet in der Alsdorfer Tageserholungsanlage Broichbachtal einen fliegenden Raben, auf den vier Rabenkrähen hassen. Aufgeschreckt steigen neun Elstern von ihrem Schlafbaum auf.

 

03.11.2004   Bartmeise, Panurus biarmicus: HANS-GEORG BOMMER und GÜNTER VENOHR beobachten ein Exemplar auf der ehemaligen Deponie Maria Theresia in Herzogenrath.

 

09.05.2004   Kolkrabe, Corvus corax: WOLFGANG VOIGT stellt erstmalig in der Tageserholungsanlage Broichbachtal in Alsdorf ein Einzelexemplar fest. In der Folgezeit kommt es bis in den August hinein zu weiteren sporadischen Beobachtungen im Bereich des Broichbachtales. (auch durch: BERNHARD A. CÜPPER, GERHARD MOLL). VOIGT sieht am 11. Juni bei der Kranentalsmühle, wie ein Rabe einen fliegenden Mäusebussard attackiert.

 

14.03.2004   Mittelspecht, Dendrocopus medius: UDO BICK hört bei Mulartshütte Balzrufe.

 

13.02.2004   Ohrentaucher, Podiceps auritus: GERHARD ERDTMANN sieht auf dem Eschweiler Blausteinsee ein Einzeltier. Auch während der NABU-Exkursion am 15. Februar kommt es zu schönen Beobachtungen mit dem Spektiv.

 

22.10.2003   Moorente, Aythya nyroca: HELMUT KLINKENBERG beobachtet ein Tier auf dem Gewässer im Gewerbegebiet Aachen-Haaren.

 

31.05.2003   Orpheusspötter, Hippolais polyglotta: HANS-GEORG BOMMER hört ein singendes Exemplar in der Teverener Heide.

 

21.03.2003   Sumpfohreule, Asio flammeus: JOSEF LOTHMANN sieht ein Exemplar in der Feldflur bei Alsdorf-Schaufenberg. Vielleicht dasselbe Tier beobachtet GÜNTER VENOHR am 10. April auf der ehemaligen Deponie Maria Theresia in Herzogenrath.

 

03.03.2003   Goldregenpfeifer, Pluvialis apricaria: HANS-GEORG BOMMER und GÜNTER VENOHR beobachten ein Exemplar in der Teverener Heide.

 

Stand: 15. Januar 2012

 

Die Daten stammen aus der Veröffentlichung:

 

WOLFGANG VOIGT, Besondere Vogelbeobachtungen im Raum Aachen.

Alsdorf 2011

 

(ständig aktualisiert!) -

erhältlich als doc-Datei auf CD-R bei:

Wolfgang Voigt, Entenweg 12, 52477 Alsdorf

gegen Einsendung von 2,50 EURO in Briefmarken

 

Außerdem erschienen:

WOLFGANG VOIGT, Ornithologische Highlights aus 50 Jahren im Raum Aachen.

Alsdorf 2003/2005

(abgeschlossene Dokumentation, auch auf: http://www.nabu-aachen-land.de/)

 

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Kranichmeldungen

für den Großraum Aachen

(ab 2007)

 

gesammelt von Wolfgang Voigt

 

 

 

Stand: 1. Februar 2012

 

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Abfallvermarktung („Chicken Wings“)

 

Gedanken von Wolfgang Voigt

 

Auf unserer Erde werden nach einer Statistik aus dem Jahre 1997 täglich 70 Millionen Hühner geschlachtet. Dabei übertreffen sie die Rinder (654.000), die Schweine (2,8 Millionen) und Schafe (1,2 Millionen) bei weitem. Getoppt werden sie nur durch ihre eigenen Produkte: zwei Milliarden Eier, die ein Omelett von der Größe Zyperns ergeben würden. (Täglich!!!)

Zurück zum Schlacht-Geflügel. 70 Millionen Hühner bedeuten 140 Millionen Flügel pro Tag, deutlich über 50 Milliarden jährlich. Was für ein Abfallberg und was für ein Entsorgungsproblem!!! Wohlgemerkt: Allein durch die Flügel!

Denkste! Man muss sich nur etwas einfallen lassen, vor allem, wenn man zu den Großabnehmern weltweit gehört. Gemeint sind die Fast-Food-Konzerne, nicht die kleinen Endverbraucher, die vielleicht mal hundert gegrillte Hähnchen am Tag umsetzen. (Übrigens bei Kunden, die seltsamerweise die Flügel meist unberührt zurück gehen lassen.)

 Wohin also mit diesen Unmengen von Flügel-Abfall. Ab in die Werbung! Zunächst muss ein schicker Name her. „Chicken Wings“ klingt doch nicht schlecht. Obwohl: Bei „Küken“ ist ja nun rein gar nichts schon dran... Was soll’s: die meisten wissen ja eh’ nicht, was das heißt... Lagerfeuer-Romantik (irgendeinen noch nicht vermarkteten Country-Oldie wird’s schon noch geben) oder einen poppigen Comedy-Spot und schon wissen die Kinobesucher und Fernsehzuschauer, dass es für sie nur noch ein Grundnahrungsmittel neben Pommes rot-weiß gibt: die leckeren Chicken Wings. 

Und was ist dran - außer knuspriger, meint: verbrannter Haut mit Knochen? Natürlich der Geschmack: Zum ersten die geschmacksknospentötenden scharfen Gewürze, zum anderen die (wozu dann eigentlich noch?) leckeren Dipp-Soßen. Reicht es da nicht, für diese einfach die eigenen Knochen – pardon: Finger zu nehmen. Finger-Food sozusagen?!

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Alsdorf, im Mai 2003

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