Interessante Fakten

zu Natur- und Umweltschutz

(Recherche und Zusammenstellung: Wolfgang Voigt)

 

Alpenstatistik: 40 Millionen Urlauber und 60 Millionen Tagesgäste im Jahr. 120.000 km alpine Piste (= dreimal um die Erde), 250.000 km Loipe, mit Planierraupen gelegt; ca. 100 sog. Skizentren

Bevölkerungsexplosion: 1800: 1 Milliarde, 1930: 2 Milliarden, 1960: 3 Milliarden,

1975: 4 Milliarden, 1987: 5 Milliarden, 1998?: 6 Milliarden, 2025?: 8,5 Milliarden

2050?: 10 Milliarden

Boden: Die Entwicklung eines ausgereiften Bodens aus nacktem Gestein dauert in gemäßigtem Klima etwa 10.000 Jahre.

Braunkohletagebau: Ein Schaufelradbagger ist 13.000 Tonnen schwer, 85 Meter hoch und 220 Meter lang; der Bagger braucht soviel Energie wie eine Stadt mit 40.000 Einwohnern. Er besitzt an seinem Rad 18 Schaufeln, die jeweils sechs Kubikmeter Abraum (bzw. eine Tonne Braunkohle) fassen. Täglich werden durch solch einen Koloss 240.000 Kubikmeter Land weggebaggert, genügend Material, um die Autobahn Köln-Aachen unter einer meterdicken Schicht verschwinden zu lassen. Im Jahr wird von den Baggern in Nordrhein-Westfalen fast eine halbe Milliarde Kubikmeter Abraum bewegt. Damit der Tagebau nicht „absauft“, müssen über Pumpstationen jährlich 1,2 Milliarden Kubikmeter Grundwasser gesümpft werden, die größtenteils ungenutzt über den Rhein der Nordsee zugeführt werden. Das zweieinhalb Milliarden Kubikmeter fassende Restloch des Tagebaus Hambach soll als See gestaltet werden. Zur Füllung will man im Gegenzug den Rhein anzapfen.

Energiekosten durch Leerlaufverluste: HiFi-Anlage 21 Watt = 29,40 € / Jahr, Scanner 15 Watt = 21 € /Jahr, DVD-Spieler 10 Watt = 14,19 € / Jahr, PC-Lautsprecher 7 Watt = 9,80 € / Jahr, Tintenstrahldrucker 12 Watt = 16,80 € / Jahr, Farblaserdrucker 92 Watt = 182,80 € / Jahr, Lautsprecher 61 Watt = 85 € / Jahr, Videoprojektor 92 Watt = 25,20 € / Jahr, Festplattenrekorder 24 Watt = 33,64 € / Jahr (Quelle: AudioVideo Foto)

Erdöl als Rohstoff: Jeweils 100 Kilogramm Erdöl ergeben: - eine Woche Heizwärme für eine Vierzimmerwohnung, - Benzin für 1.000 Kilometer Autofahrt, - Kunststoffe für 13 Benzintanks oder alle Abwasserrohre eines Dreifamilienhauses, - 11.500 Kopfschmerztabletten, - Farbstoff für 330 Kleider, - 12.000 Einwegspritzen, - 50 Quadratmeter Teppichboden.

Fast-Food-Verzehr: Die USA sind Weltmeister. Täglich werden dort 15 Millionen Hamburger, 7 Millionen Pizzen und 15 Millionen Liter Eiskrem verspeist. (Quelle: Bildwoche, Daten aus 1997)

Fischfang: 1950: 22 Millionen Jahrestonnen, 1989: 100 Millionen Jahrestonnen,

1995: 90 Millionen Jahrestonnen

23 Prozent des Weltproteinverbrauchs werden inzwischen durch Fische aus den Weltmeeren und den Binnengewässern gedeckt.

In Japan werden täglich 25.000 Tonnen Fisch verspeist. (Quelle: Bildwoche, Daten aus 1997)

Flächenversiegelung: In der Bundesrepublik Deutschland beträgt die versiegelte Fläche

ca. 11 %. 50er Jahre: 26.000 ha, 60er Jahre: 36.000 ha, 70er Jahre: 43.000 ha;

täglich 100 ha = 100 Fußballplätze (1995)

Flugzeugemission: 500 km - Reise: pro Person 130 kg Kohlenstoffdioxyd, 490 g Stickstoffmonoxyd, 62 g Schwefeldioxyd (siehe auch: Verkehrsmittel!) ***** Während eines Fluges von Hamburg über Frankfurt/Main nach San Francisco (etwa 19.100 km)  werden 1.412 Liter Kerosin pro Person verbrannt. Das führt zu einem Schadstoffausstoß von 3.671,2 kg  Kohlenstoffdioxyd, 1.384 kg Wasser sowie 17,4 kg Stickoxid je Passagier. (Quelle: ROBIN WOOD, 1998)

Geschirrspüler: Die Spülmaschine ist günstiger als der Spülgang per Hand. Statt 40 Liter Wasser braucht die Maschine nur 15 Liter und statt 2 kWh Strom nur 1,1 kWh – bezogen auf die jeweils gleiche Menge Geschirr und bei voll beladener Maschine. (Quelle: tv Hören und Sehen)

Getränkeverpackung und Energieverbrauch:  Energieverbrauch in Kilogramm je 1000 Liter Getränk.   Milch: Mehrwegflasche 13,4 kg, Blockkarton 16,5 kg, Giebelkarton 18,2 kg, Schlauchbeutel 19,5 kg.   Bier: Mehrwegflasche 13,0 kg, Weißblechdose 35,9 kg, Alu-Dose 41,8 kg, Einwegflasche 62,3 kg   (Quelle: Globus, in AVZ v. 16.9.1995)

Industrieländer: Sie stellen ca. 25 % der Weltbevölkerung (Tendenz rückläufig), aber rund 75 % des Weltenergieverbrauchs (Tendenz trotz technischer Möglichkeiten immer noch steigend).

Kernenergie: 1955 begann die Stromgewinnung aus Atomenergie in einem kleinen Reaktor in der ehemaligen Sowjetunion. Ende der 80er Jahre waren 421 Kernkraftwerke in Betrieb und rund 150 geplant oder im Bau. 32 Länder hatten Kernkraftwerke und weitere 27 unterhielten Nuklearanlagen anderer Art. Bis 1983 schütteten Belgien, die Niederlande, die Schweiz und Großbritannien schwachradioaktiven Atommüll einfach ins Meer. Seitdem wird der Müll in sogenannte Zwischenlager verbracht. Im Zeitraum von 30 Jahren werden um die Jahrtausendwende in den 10 größten Kernenergiestaaten schätzungsweise 25.000 Kubikmeter an hochradioaktivem Müll anfallen. Seit dem GAU von Tschernobyl im Jahre 1986 ist dokumentiert, daß die Folgen internationaler Art sind. Entsprechend wuchs die Zahl der Atomgegner: in Großbritannien von 70 auf 85, in Österreich von 50 auf 75, in Frankreich von 40 auf 50 % der Gesamtbevölkerung. In Italien entschied man sich 1987 in einer Volksabstimmung für die dauerhafte Stillegung aller Kernkraftwerke. ***** 1998 spielt der rasche Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland erstmals eine zentrale Rolle bei Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene (=> SPD und Bündnis 90/Die Grünen) . (siehe auch: Radioaktivität)

Lawinenschutz, künstlicher: 1 Hektar Lawinenschutzverbauung kostet 100.000 bis 1 Million DM. Die Sicherung eines Kilometers Straße kostet ca. 10 Millionen Mark

Luftbelastung: In den USA wohnen 4 % der Weltbevölkerung; diese verursachen 25 % der weltweiten CO2-Emissionen. (Quelle: ZDF, 2001)

Müll: Müllaufkommen in der Bundesrepublik Deutschland 350 kg / a und Einwohner;

das sind 200.000 Güterzüge mit 10 Millionen vollen Güterwagen, die aneinandergereiht knapp viermal den Erdball umspannen würden.

Nahrungsmittelproduktion:

In den Schlachthöfen der Welt werden täglich 654.000 Rinder zu Wurst und   Fleisch verarbeitet. In derselben Zeit werden 2,8 Millionen Schweine, 1,2 Millionen Schafe, 70 Millionen Hühner geschlachtet.

Es werden täglich produziert bzw. geerntet: 1,6 Millionen Tonnen Mais, 1,5 Millionen Tonnen Reis (Verzehr!), 1,4 Millionen Tonnen Weizen, 727.000 Tonnen Kartoffeln, 212.000 Tonnen Tomaten, 161.000 Tonnen Bohnen und Linsen, 12.000 Tonnen Erbsen, 39.000 Tonnen Karotten, 110.000 Tonnen Kohl,  53.000 Tonnen Gurken, 22.000 Tonnen Knoblauch, 134.000 Tonnen Äpfel, 155.000 Tonnen Weintrauben, 144.000 Tonnen Bananen, 80.000 Tonnen Wassermelonen, 23.000 Tonnen Kürbisse, 32.000 Tonnen Ananas, 121.000 Tonnen Kokosnüsse, 21.000 Tonnen Zitronen und Limonen, 160.000 Tonnen Orangen, 6.000 Tonnen Aprikosen, 51.000 Tonnen Mangos, 5.000 Tonnen Avocados, 6.000 Tonnen Erdbeeren, 7.000 Tonnen Kakaobohnen (reicht für 600 Millionen Tafeln Schokolade), 3.000 Tonnen Honig, 7.000 Tonnen Teeblätter (entspricht 3 Milliarden Tassen Tee), 500.000 Tonnen Salz, 2 Milliarden Eier (ergibt ein Omelett von der Größe der Insel Zypern) (Quelle: Bildwoche, Daten aus 1997)

Radioaktivität

- Halbwertszeiten:

  Jod-131: 8 Tage, Cäsium-134: 2,1 Jahre, Kobalt-60: 5,3 Jahre, Krypton-85: 10,6 Jahre,

  Strontium-90: 29 Jahre, Cäsium-137: 30 Jahre, Plutonium-239: 24.400 Jahre,

  Neptunium-237: 2,2 Millionen Jahre, Uran-235: 700 Millionen Jahre,

  Uran-238: 4,5 Milliarden Jahre

  (Im allgemeinen müssen radioaktive Stoffe solange von der Biosphäre ferngehalten

   werden, bis ihre Aktivität auf mindestens ein Tausendstel abgeklungen ist. Dazu

   werden zehn Halbwertszeiten benötigt!)   Quelle: NABU, Naturschutz heute, 1995

Rinderzucht: Jedes Rind gibt täglich 200 Liter des Treibhausgases Methan in die Atmosphäre ab.

Rohstoffquelle Hausmüll (Stand: 1993): insgesamt 29 Millionen Tonnen, davon

Organische Abfälle 11,8 Mio. t (davon verwertet 13,6 %), Papier + Pappe 7,5 (50,6),

Glas 3,8 (63,2), Kunststoffe 1,4 (21,4), Weißblech 0,7 (35,7) Textilien 0,6 (45,8),

Aluminium 0,1 (8,0).   Restmüll 3,1        (Quelle: Globus, in TV Hören und Sehen, 2/96)

Schneekanone (Kunstschnee-Erzeugung): Wasserverbrauch bis zu 2.500 Liter Trinkwasser pro Minute (+ Chemikalien!), Energieverbrauch bis zu 7.000 Kilowattstunden in einer halben Nacht, das entspricht ungefähr dem Strombedarf eines 4-Personen-Haushaltes in einem Jahr.

Stromräuber durch Leerlaufverluste: HiFi-Anlage 21 Watt = 29,40 €/a, Scanner 15 Watt = 21 €/a, DVD-Spieler 10 Watt = 14,19 €/a, PC-Lautsprecher 7 Watt = 9,80 €/a, Tintenstrahldrucker 12 Watt = 16,80 €/a, Farblaserdrucker 92 Watt = 182,80 €/a, Lautsprecher 61 Watt = 85 €/a, Videoprojektor 92 Watt = 25,50 €/a, Festplattenrekorder 24 Watt } 33, 64 €/a (Quelle: AudioVideoFoto)

Treibhausgas Kohlenstoffdioxyd:   Es befinden sich in der Luft 750 Milliarden Tonnen oder 750 Gigatonnen (Gt), in den Pflanzen an der Erdoberfläche 550 Gt, im Boden gebunden 1.500 Gt, im Ozean 40.000 Gt Kohlenstoff. Wenn die gesamte Bundesrepublik Deutschland bewaldet wäre, würde nur etwa die Hälfte des vom Menschen technisch erzeugten Kohlenstoffdioxyds in diesem Bereich per Photosynthese fixiert werden. (Quelle: arte, 1995)

Verkehrsmittel: Kohlenstoffdioxid-Ausstoß [in kg je Person] bei einer Fahrstrecke von 500 km   Flugzeug 130, Auto 85, Eisenbahn 19, (Reise-) Bus 14   (Quelle: TV Hören + Sehen, 33/95)******Flug Frankfurt - New York: 600 kg Kohlenstoffdioxyd pro Fluggast, 100 km Autofahrt: 20 kg pro Fahrzeug (Quelle: arte, 1995)******In Flugzeugen werden täglich 3 Millionen Mahlzeiten serviert. (Quelle: Bildwoche)******Für den Flugtransport von 1 kg Obst aus Neuseeland werden 10 kg Kohlenstoffdioxyd freigesetzt. (Quelle: arte, 1995)******Jährlicher Güterverkehr (LKW) in der Bundesrepublik Deutschland: 170 Milliarden Kilometer (Quelle: arte, 1995) ****** Lediglich 6,5 % der Weltbevölkerung sind überhaupt schon einmal mit einem Flugzeug geflogen. Der Rest leidet unter Lärm und Emissionen. (Quelle: ROBIN WOOD, 1998)

Verstädterung: Im Jahre 1960 befanden sich noch sechs der größten Städte in den sogenannten Industrieländern, nämlich New York, Los Angeles, London, das Rhein-Ruhr-Gebiet, Paris und Moskau. Im Jahre 2000 werden es nur noch zwei (New York und Tokio) sein. Mexico City, 1960 noch auf Rang 15, wird als Spitzenreiter erwartet. Die ökologischen Folgen, die durch die Verstädterung ausgelöst werden, sind Versiegelung von Ackerflächen und Viehweiden, Entwässerung von Feuchtgebieten, Umleitung von Flüssen, Zerstörung natürlicher Lebensräume, Abdrängen von Wildtieren sowie Produktion von Abwasser, Müll und Schadstoffen aller Art. (siehe auch: Bevölkerungsexplosion, Versiegelung u.a.!)

Wärmebilanz der Erde:   Die obersten 3 Meter der Ozeane enthalten soviel Wärmeenergie wie der gesamte Luftraum darüber. (Quelle: arte, 1995)

Wasser auf der Erde: Mehr als 2/3 der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt; von der Gesamtwassermenge (1,36 Milliarden km3) sind 0,64 % verfügbares Süßwasser, 97,5 % Salzwasser, 1,8 % gebunden in Eis (Polarkappen, Gletscher); der durch den Menschen nutzbare Anteil beträgt lediglich 0,02 %. (Zum Vergleich: Auf eine volle Badewanne mit Salzwasser kommt rechnerisch etwa ein Likörglas nutzbares Süßwasser.)

Wasserherkunft in der Bundesrepublik: Grundwasser 63%, Seen, Talsperren, Flüsse15%,

angereichertes Grundwasser 9%, Quellwasser 7 %, Uferfiltrat 6%

Wasserkraft: Die Wasserkraft deckt etwa sechs Prozent des Weltenergieverbrauchs. Sie gilt als umweltfreundlich, ist jedoch häufig wegen erheblicher Eingriffe in den Naturhaushalt ökologisch nicht vertretbar. Im Jahre 1950 gab es weltweit etwa 5.000 große Staudämme. 30 Jahre später waren es immerhin 35.000, von denen sich 53 Prozent in der Volksrepublik China befanden. Die beiden indischen Staudammprojekte Sardar Sarovar und Normada Sagar hat man mit einem Weltbankkredit von 450 Millionen US-$ angefangen. Sie werden 438 Dörfer unter Wasser setzen und schätzungsweise 70.000 Menschen heimatlos machen. Dagegen wurden die Pläne zur Aufstauung der Donau bei Magymaros in Ungarn im Jahre 1988 nach massiven internationalen Protesten von Umweltschutzorganisationen aufgegeben.

Wasserverbrauch: Für eine angemessene Lebensqualität benötigt der Mensch pro Tag 80 Liter; tatsächlich z.B. 5,4 l/Tag auf Madagaskar, 295 Liter in den USA, 278 in Japan und 260 in Norwegen (Deutschland liegt mit 129 Litern auf Platz 17 im Jahre 2002).

73% des globalen Wasserverbrauchs entfallen auf die Landwirtschaft (40% davon kommen der Produktion  zugute, 60% gehen verloren), technisch ließen sich bis zu 50% einsparen (in der Industrie bis zu 90%, bei den Kommunen ca. ein Drittel); die weiteren Haupt-Wasserverbraucher: Industrie mit etwa 22 und Privathaushalte mit etwa 8 %.

Trinkwasserverbrauch in den Haushalten: 5 % zum Trinken und Kochen, 95 % zur Beseitigung von Schmutz (vor allem Toilettenspülung, Baden, Duschen)

Wasserverbrauch in der Bundesrepublik: 1970 114 l/a und Einwohner, 1980 137 l, 1990 146 l, 1992 138 l.

 

Weitere Quellen:

AACHENER ZEITUNG, Ausgabe vom 20.3.2002 * DIETER ENGELMANN et al., Erdkunde 5. Braunschweig 1994 * N.N. (Redaktionsteam), Verheizte Heimat. Der Braunkohlentagebau und seine Folgen. Alano Verlag. Aachen 1985 * PHILIPP/VERBEEK, Ökologie. Hannover 1998 * GÜNTHER RÜTHER (Hrsg.), Rettungsaktion Planet Erde, Konrad-Adenauer-Stiftung. Wesseling 1995 * JONI SEAGER (Hrsg.), Der Öko-Atlas. Verlag Dietz. Bonn 1993

Stand: 22. Juni 2007