Gruppe Broichbachtal:

           Einige Projektbeispiele


Infothek Natur 1991

Seit Juli 1991 hat es am Gymnasium der Stadt Alsdorf ein Informationszentrum zum Thema „Natur- und Umweltschutz“ gegeben.

Die Gruppe Broichbachtal hat seinerzeit zahlreiche Behörden, Verbände, Konzerne und Organisationen angeschrieben und um die Zusendung von kostenlosem Informationsmaterial gebeten. Innerhalb von drei Jahren sind so fast 4.000 Titel zusammengekommen. Seit 1994 wurden sie zahlenmäßig nicht mehr erfasst.

Das Projekt, das von Wolfgang Voigt zum 10jährigen Bestehen der Gruppe ins Leben gerufen worden ist, wurde unter dem Titel „Infothek Natur 1991“ geführt.

Die Materialien sind in Regalen oder Kartons nach Stichworten sortiert und in einem von der Gruppe eigens zu diesem Zweck gestalteten Kellerraum untergebracht gewesen.

Es hat auch zahlreiche Bücher und Zeitschriften gegeben, welche von Eltern als Sachspenden zur Verfügung gestellt worden sind.

Die Infothek ist hauptsächlich von unseren Schülern für die Anfertigung von Referaten, Halbjahres- und Facharbeiten genutzt worden.

Aber auch Lehrer haben gerne auf das umfangreiche Material zurückgegriffen.

Im Jahre 2002 hat man die Infothek überarbeitet:

Unbrauchbar gewordene Schriften hat man aussortiert, die anderen unter Erweiterung der Stichworte neu geordnet. Die Leitung dieser Arbeiten hat bei Michael Chrzanowski gelegen.

Mit dem Ende der Aktivitäten der Gruppe am Gymnasium der Stadt Alsdorf ist dieses Projekt seit dem 22. August 2005 Vergangenheit. Am 4. Februar 2009 wurde ein Großteil des Bestandes der Infothek aufgelöst und der Altpapier-Sammlung übergeben.



Aus alten Büchern

 werden Bäume

 

Am 25. November 1995 hat die Gruppe anlässlich des Tages der Offenen Tür am Gymnasium der Stadt Alsdorf ihre Aktion „Aus alten Büchern werden Bäume“ gestartet.

Eine Vielzahl gebrauchter (und zum Teil kaum benutzter) Schulbücher waren durch geänderte Richtlinien nicht mehr im Unterricht einsetzbar und sollten auf den Müll oder bestenfalls zum Altpapier gegeben werden.

Die Gruppe versuchte mit ihrer Aktion, möglichst viele zu verkaufen und somit einer sinnvollen Folgenutzung zuzuführen. Auch solche, die nicht mehr allzu frisch aussahen, wurden gegen eine Mindestspende abgegeben.

Der Erlös wurde ausschließlich in neue Gehölze investiert. So versuchte man, der gewaltigen Holzentnahme für die Papierherstellung ein wenig entgegenzuwirken und vor Ort für eine Verbesserung der ökologischen Situation zu sorgen. In erster Linie wurden einheimische Sträucher und Bäume sowie Hochstämme alter Obstsorten gekauft und gepflanzt.

Nachdem die Kapazität des Schulgeländes weitgehend erschöpft war, hatte man als nächstes vor, die Streuobstwiese in Alt-Ofden um Neuanpflanzungen zu erweitern. Diese Anlage ist während der IV. Alsdorfer Naturschutztage im Jahre 1990 unter wesentlicher Beteiligung der Gruppe neu gepflanzt worden.

Da zwischenzeitlich auf dem Schulgelände eine Abholzaktion stattgefunden hatte, wurde überlegt, ob das Geld nicht zur Neubepflanzung des Schulteich-Geländes verwendet werden sollte.

Mit dem Ende der Aktivitäten der Gruppe am Gymnasium der Stadt Alsdorf am 22. August 2005 hatte sich allerdings auch dieses Projekt erübrigt. Die Gelder flossen stattdessen in Begrünungsmaßnahmen innerhalb des Schulgebäudes.


Die umweltfreundliche Schultasche

Es hatte Tradition, dass die Gruppe Broichbachtal am „Tag der Offenen Tür“ des Gymnasiums der Stadt Alsdorf versuchte, den zukünftigen Schülern und vor allem deren Eltern zu zeigen, warum es sinnvoll ist, auch bei der Wahl und Ausstattung des Ranzens an die Umwelt zu denken. Mitglieder der Gruppe gestalteten an solchen Tagen eine Ausstellung, in der man sich Informationen einholen konnte, welche umweltfreundlichen Produkte hierzu aktuell auf dem Markt sind. Außerdem wurden Anregungen gemacht, wie ein gesundes Schulfrühstück aussehen könnte, das für eine erfolgreiche Mitarbeit im Unterricht eine Grundvoraussetzung ist.

Zur Unterstützung dieser Aktion hatten ehemalige Mitglieder der Gruppe zusammen mit dem NABU Aachen-Land ein Faltblatt entwickelt, das unter anderem zu diesem Thema umfangreiche Hinweise gibt. Eine Internetversion kann man auf dieser Homepage unter „Schule und Umweltschutz“ finden.

Mit dem Ende der Aktivitäten der Gruppe am Gymnasium der Stadt Alsdorf ist dieses Projekt seit dem 22. August 2005 Nostalgie.


Rundfunk-Projekt

War das damals spannend: Eine Meute von Broichbachtalern im Bürgerfunk-Studio in Aachen-Horbach. Es ging darum, die Arbeit der Gruppe Broichbachtal im Bürgerradio vorzustellen. Live-Simulation hieß das Ganze. Ohne das Aufzeichnungsband zu stoppen, wurde die Sendung durchgehend mitgeschnitten. Und dann das lange Warten, bis die Sendung tatsächlich über ANTENNE AC ausgestrahlt wurde und sozusagen endlich „on air“ war.

 

Drei Teilnehmern der ersten Stunde gefiel das Ganze so gut, dass sie zusammen mit Wolfgang Voigt noch weitere Sendungen machten.


Christine Dillgard, Dario Scholl und Markus Windrath waren fortan das Rundfunkteam.

1996 gestaltete man zu Beginn der jeweiligen Jahreszeiten Programme mit Themen zum Naturschutz im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter. Im darauffolgenden Jahr gab es dann noch eine weitere Sendung mit kritischen Akzenten zu lokalen Problemen. So hatte man zum Beispiel Peter Dzinga im Studio, den Ersten Vorsitzenden der Alsdorfer Bürgerinitiative „Vorsicht Giftfässer“.

Nach insgesamt sechs Ausstrahlungen war dann Schluss. Seither hat es keine weiteren Ambitionen in diese Richtung gegeben. Dennoch: es war eine wichtige Erfahrung und Tondokumente aus jener Zeit bereichern das Archiv der Gruppe Broichbachtal.


Schulteich

Wo sich im Jahre 2009 (noch) der Schulteich des Gymnasiums der Stadt Alsdorf zwischen M-Trakt und Turnhalle befindet, gab es bis 1978 eine Fläche, die mit Betonplatten versiegelt war.

Erster Schritt des Ausbaus war 1979 die Entfernung der Platten, die man im zukünftigen Schulgarten-Gelände für die Anlage von Erschließungswegen nutzte.

Die Ausschachtungsarbeiten zogen sich allerdings in die Länge, da der Untergrund sich als recht steinig herausstellte. Sie ruhten daher auch über einen längeren Zeitraum, bis Helmut Hambücken die Leitung des Projektes „Schulteich“ übernahm.

Im Jahre 1982 waren schließlich die Erdarbeiten beendet. 1983 wurde das Schulteich-Profil feinmodelliert, die Folie verlegt und der Teich geflutet.

Unmittelbar nach den Weihnachtsferien fand man das Gewässer im Januar 1984 leer vor; die Folie war mutwillig zerstört.

Bis zum 6. April gelang es, das Kleingewässer wiederherzustellen: Man hat die Folie zwischen zwei Klatschbeton-Schichten eingearbeitet und zusätzlich den Damm zur Turnhalle hin verstärkt.

Mit dem Ende der Aktivitäten der Gruppe am Gymnasium der Stadt Alsdorf am 22. August 2005 war die Zukunft des Geländes ungewiss. In vorübergehenden Planungen sollte es für den Standort einer Mensa genutzt werden.


Projekt: Patenschaft Kleingewässer

 

Lage und Geschichte

Südlich des Alsdorfer Weihers in unmittelbarer Nähe zum Gymnasium liegt ein kleines stehendes Gewässer. Es ist Bestandteil der sogenannten Tageserholungsanlage (TEA) Broichbachtal.

Von 1982 bis 2000 war auf ihm ein Pfahldorf als Abenteuerspielplatz installiert. Ursprünglich war diese Einrichtung für den großen Kahnweiher vorgesehen, letztlich wurde aber das Kleingewässer als Standort bevorzugt.

Das Pfahldorf ist von Kindern und Jugendlichen angenommen und intensiv genutzt worden. Eine Brücke führte hinein, man konnte es aber auch mit Holzflößen erreichen.

Leider war die Anlage aber auch Objekt für mutwillige Beschädigungen und Zerstörungen, so dass man sich im Jahre 2000 seitens der Stadtverwaltung entschloss, die Pfahlhäuser abzubauen.



Projektidee


Solange das Pfahldorf intensiv als Spielplatz genutzt worden ist, hat die Natur in diesem Bereich wenig Chancen gehabt. Nach Aufgabe der bisherigen Nutzung haben sich aber relativ schnell Wildtiere in vermehrter Zahl dort angesiedelt. Negativ ist allerdings gewesen, dass allerlei Unrat im Wasser zu finden gewesen ist und eine starke Eutrophierung das Gleichgewicht des Gewässers bedroht hat. Daher hat sich unsere Gruppe im Sommer 2001 entschlossen, einen Antrag an die Stadt auf Übernahme einer Patenschaft zu stellen. Vorab haben wir an zwei Nachmittagen eine erste Bestandsaufnahme der dort vorkommenden Pflanzen und Tiere durchgeführt.


Der Antrag


In einem Schreiben vom 11. Juni 2001 an Bürgermeister Wolfgang Schwake stellt Wolfgang Voigt als Projektleiter den Antrag, die Patenschaft für das Gewässer übertragen zu bekommen. In dem Brief heißt es unter anderem:

„Das verbliebene Gewässer ist auf den ersten Blick in einem desolaten Zustand. Algenblüten zeugen von einer eutrophierten Situation, und Müllablagerungen, modernde Holzteile sowie eine schwimmende Ruhebank sind kein schöner Anblick.

Unsere Naturschutzgruppe wollte nun wissen, in welchem ökologischen Zustand das Gewässer ist. Wir haben daher am 29. Mai und am 5. Juni eine Bestandserfassung durchgeführt und dabei festgestellt: Der Tümpel lebt. ...

Sicherlich würde eine schonende Sanierung dem Tümpel gut tun. Hierzu würden Maßnahmen wie Entrümpeln und Teilentschlammung gehören. Für diese Arbeiten stehen Mitglieder unserer Gruppe zur Verfügung, wie wir überhaupt bereit sind, eine Patenschaft für das Kleingewässer zu übernehmen. In einem solchen Fall würden wir – in Absprache mit der Stadt Alsdorf – Pflegemaßnahmen durchführen und auch sonst nach dem Rechten sehen.“


Die Antwort der Stadt

 

Klaus Spille von der Stadt Alsdorf schreibt am 12. Juli 2001 unter anderem: „Da die Gruppe Broichbachtal seit fast 2 Jahrzehnten in Sachen Naturschutz aktiv ist und sich dabei weit über die Stadtgrenzen hinaus einen guten Ruf erworben hat, kann ihr Angebot zur Übernahme einer Patenschaft vorbehaltlos angenommen werden. Aufgrund der bisherigen guten Zusammenarbeit wird die Aufstellung schriftlicher Vereinbarungen von hier aus nicht als notwendig erachtet: Die Durchführung von Pflegemaßnahmen ist im Einzelfall mit der Stadt Alsdorf als Eigentümer und der für das Schutzgebiet zuständigen Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Aachen abzustimmen. Abschließend darf ich ihnen noch meinen Dank und meine Anerkennung für Ihr bisheriges Engagement in Naturschutz und Landschaftspflege aussprechen.“

 

Ergebnisse einer ersten Bestandsaufnahme 2001


Das Gewässer grenzt einerseits zum Weiher hin an einen Fußweg, andererseits an die ausgedehnten Rasen-Gebüsch-Flächen der TEA Broichbachtal an. Neben den beiden Schmalseiten liegt Röhricht bzw. eine kleine Wildwiesenfläche.

Im unmittelbaren Uferbereich wachsen neben Schilfrohr (Phragmites communis) typische Feuchtgebiets-Pflanzen wie Rauhes Weidenröschen (Epilobium hirsutum), Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria), Flatter-Binse (Juncus effusus), Sumpf-Hornklee (Lotus uliginosus) und Gemeiner Wolfstrapp (Lycopus europaeus). Das Gewässer selbst wird vom Rauhen Hornblatt (Ceratophyllum demersum) und von verschiedenen Fadenalgen dominiert.

Aus der Vogelwelt haben hier Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus) und Blessralle (Fulica atra) gebrütet. Nahrungsgäste sind Eisvogel (Alcedo atthis), Stockente (Anas platyrhynchos), Graureiher (Ardea cinerea), Teichralle (Gallinula chloropus) und Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) gewesen.

Amphibien finden offenbar gute Laichbedingungen. Gleich sechs Arten hat man 2001 beobachtet: Wasserfrosch (Rana esculenta), Teichfrosch (Rana lessonae), Seefrosch (Rana ridibunda), Grasfrosch (Rana temporaria), Bergmolch (Triturus alpestris) und Teichmolch (Triturus vulgaris).

Bei den Fischen sind fast ausschließlich Schwärme von Jungtieren festgestellt worden. Eine Bestimmung ist noch nicht möglich gewesen. Das Vorkommen von Aal (Anguilla anguila), Dreistacheliger Stichling (Gasterosteus aculeatus), Moderlieschen (Leucaspius delineatus) und Rotauge (Rutilus rutilus) ist aber sicher.

Folgende Libellen-Arten haben Mitglieder der Gruppe nachgewiesen: Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea), Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella), Becher-Azurjungfer (Enallagma cyathigerum), Große Pechlibelle (Ischnura elegans), Plattbauch (Libellula depressa), Großer Blaupfeil (Orthetrum cancellatum), Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula) und Blutrote Heidelibelle (Sympetrum sanguineum).

Weitere Tiere im Wasser sind unter anderem: Großer Schneckenegel (Glossiphonia complanata), Zweiäugiger Plattenegel (Helobdella stagnalis), Gemeiner Fischegel (Piscicola geometra), Furchenschwimmer (Acilius sulcatus), Schnellschwimmer (Agabus bipustulatus), Taumelkäfer (Gyrinus substriatus), Stachel-Wasserkäfer (Hydrophilus caraboides), Wasserassel (Asellus aquaticus), Leberegelschnecke (Galba truncatula), Spitzschlammschnecke (Lymnaea stagnalis), Schlammschnecke (Radix ovata), Wasserspinne (Argyroneta aquatica, in großer Zahl), Teichläufer (Hydrometra stagnorum), Wasserläufer (Gerris spec.), Schwimmwanze (Ilyocoris cimicoides), Rückenschwimmer (Notonecta glauca) und Zwerg-Rückenschwimmer (Plea minutissima).

Das Vorkommen dieser Arten ist es wert, dass sich unsere Gruppe um die weitere Entwicklung des Gewässers kümmert. Daher sind wir dankbar, dass die Stadt uns die Patenschaft übertragen hat.



 

 

Wasseranalysen

 

Mittlerweile sind unter der Leitung von Michael Chrzanowski Wasseranalysen angelaufen. Die Messreihe wird für Wasserproben aus dem Patenschaftsgewässer, dem Alsdorfer Weiher und dem Schulteich durchgeführt.

Die Untersuchungen sind momentan in der Phase der Erprobung.




Entrümpelungsaktion Frühjahr 2002

 

Am 8. April führt die Gruppe Broichbachtal eine Aktion am Patenschaftstümpel durch.

Hauptsächlich geht es darum, den Hochwasserstand zu nutzen und allerlei Treibholz und sonstigen Unrat aus dem Randbereich herauszufischen. Es handelt sich bei dem Holz vor allem um Planken, die nach dem Abriss des Pfahldorfes im Wasser verblieben sind. Die Abfuhr erfolgt durch die Stadt.

Das Foto zeigt das Gewässer unmittelbar nach der Aktion.

 

Beobachtungen aus dem Jahre 2002

 

In diesem Jahr ist die Zahl der beobachteten Tiere und festgestellten Pflanzen auf insgesamt 186 Arten angewachsen.

Erstmals werden Larven der Erdkröte registriert. Diese haben im seichten Bereich des Gewässers gute Überlebenschancen, während im benachbarten Alsdorfer Weiher und in den beiden Anzuchtteichen regelmäßig ihr Laich durch den vorhandenen Fischbesatz verloren geht.

Im tieferen Teil des Tümpels können neben den bereits registrierten Fischarten zum ersten Mal Flussbarsch und Rotfedern festgestellt werden.

Folgende Gastvögel tauchen erstmalig auf der Bestandsliste auf: Mandarinente, Ringeltaube, Rabenkrähe, Elster, Eichelhäher, Kuckuck, Buntspecht, Grünspecht, Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeise, Zilpzalp, Fitis, Mönchsgrasmücke, Zaunkönig, Amsel und Singdrossel. Besondere Aufregung verursacht am 16. Juli eine Wasserralle, die zunächst nur gehört, später aber auch gesehen wird. Die imposanteste Beobachtung aber gibt es am 16. Mai: gleich zwei Kanadagans-Paare mit je fünf Jungtieren ziehen auf dem kleinen Gewässer ihre Kreise, bevor sie auf den größeren Weiher überwechseln.

Bei den Säugern wird neben den Maulwürfen und Kaninchen der Nutria mehrfach im anschließenden Röhricht beobachtet.

Den meisten Zuwachs gibt es 2002 wieder bei den Wirbellosen, speziell bei den Insekten. Dies liegt natürlich auch daran, dass unsere Gruppe in diesem Jahr besonders gründlich kartiert hat. Hier die auffälligsten Arten: Minze-Blattkäfer (Chrysomela menthastri), Große Königslibelle (Anax imperator), Großes Granatauge (Erythromma najas), Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolumbei), Aurorafalter (Anthocharis cardamines), Ochsenauge (Maniola jurtina), Admiral (Vanessa atalanta) und Federgeistchen (Pterophorus pentadactyla).

Auch die Pflanzenliste ist durch intensivere Bestimmungsübungen deutlich länger geworden. Besonders erwähnenswert sind an diese Stelle die Orchidee Breitblättrige Sumpfwurz (Epipactis helleborine) und der Arznei-Baldrian (Valeriana officinalis).

Angemerkt sei noch, dass man nicht nur den näheren Tümpel-Bereich untersucht hat, sondern den erweiterten zwischen den Wegen.


Tümpel als Brutbiotop

 

Der Tümpel entwickelt sich positiv weiter. Im Frühjahr 2003 kommt es zu drei erfolgreichen Bruten: Stockente, Bläßralle und Teichralle. Der Nachwuchs bei den Teichrallen ist besonders erfreulich, weil es in den letzten Jahren zu einem deutlich Rückgang des Bestandes im Broichbachtal gekommen ist. Ende Juli 2004 stellt man sogar die zweite Teichrallen-Brut des Jahres fest. Nach den vier Jungtieren aus der ersten Brut werden jetzt drei vor Ort gefüttert.  

 

Kolkrabe zu Besuch

 

Eine kleine Sensation bahnt sich an, als Wolfgang Voigt am 9. Mai 2004 auf einer Pappel am Patenschaftstümpel einen ungewöhnlich großen Rabenvogel sieht. Eine längere Beobachtung ist nicht möglich, da der Vogel unmittelbar nach der Entdeckung mit schwerfälligem Flug in Richtung Tageserholungsanlage abstreicht. Vermutlich dasselbe Tier sehen Mitglieder der Gruppe Broichbachtal unter Leitung von Bernd Cüpper und Wolfgang Voigt am 11. Mai. Zunächst hält man wegen ungünstiger Lichtverhältnisse das Tier für einen Greifvogel. Bei weiterer Beobachtung stellt sich - vor allem auch wegen der Schwanzform – heraus, dass es sich um einen Kolkraben handeln muss. Nachdem Wolfgang Voigt am 16. Mai den Raben erneut feststellt, teilt er dies ortsansässigen Ornithologen mit – und löst Ungläubigkeit aus. Neugierig geworden, macht sich der Vogelkenner Gerhard Moll am 23. Mai auf den Weg ins Alsdorfer Freizeitgelände und sitzt nur kurze Zeit an, bis der Kolkrabe ihm vor das Fernglas kommt. Er spricht später von schönen und eindeutigen Beobachtungen. Die vorläufig letzte Registrierung stammt vom 2. August 2004 (VOIGT)

 

„Doppelter“ Nachwuchs bei den Kanadagänsen

 

Ab dem 11. Mai 2004 hält sich am Patenschaftstümpel ein Kanadagans-Paar mit sieben Jungtieren auf. Es hat in der nahegelegenen Ruhezone gebrütet und ist jetzt hier auf den ausgedehnten Wiesenflächen um das Kleingewässer zu Gast, um Nahrung aufzunehmen. Gelegentlich wechseln die Neun auf den benachbarten Alsdorfer Weiher, wenn frei laufende Hunde auftauchen. Am 18. Mai beobachten Mitglieder der Gruppe Broichbachtal in der Ruhezone ein Paar mit einem einzigen Jungtier. Wolfgang Voigt erinnert sich an eine Auseinandersetzung zwischen zwei Brutpaaren in diesem Bereich vor einiger Zeit; vielleicht ist das Gelege einige Zeit unbeaufsichtigt gewesen und von Eiräubern reduziert worden. Am 23. Mai stellt Wolfgang Voigt am Tümpel acht (!) Jungtiere fest, wobei ein einzelnes deutlich kleiner als die restlichen sieben ist. Des Rätsels Lösung ergibt sich vermutlich zwei Tage später, als die Gruppe wieder unter Leitung von Bernd Cüpper und Wolfgang Voigt unterwegs ist: In der Ruhezone schwimmt ein kinderloses Gänsepaar, während beim Alsdorfer Weiher „2 + 8“ registriert werden... Offenbar hat sich das einzelne Jungtier der Großgruppe angeschlossen.

 

 

Mit dem Ende der Aktivitäten der Gruppe am Gymnasium der Stadt Alsdorf am 22. August 2005 handelt es sich nicht mehr um ein schulisches Projekt. Die Bestandserfassung geht allerdings zur Zeit weiter.




Projekt der Gruppe Broichbachtal:

Dachentwässerung

am Gymnasium

 

Projektidee

 

In der Vergangenheit sind von unserer Gruppe mehrere Vorschläge erarbeitet worden, wie man unsere Schule umweltfreundlicher gestalten könnte. Darunter haben sich auch Anregungen zur Dachentwässerung befunden. Die verschiedenen Gebäudetrakte besitzen eine relativ große Dachfläche. Bereits mit Schreiben vom 6.12.1988 liegt der Stadtverwaltung Alsdorf eine Liste der Fachabteilung Biologie des Gymnasiums und der Gruppe Broichbachtal vor, in dem es unter anderem heißt: „VI. Betr.: Erneuerung der Dachentwässerung des M-Traktes - Voranmeldung: Bei eventuell geplanten Maßnahmen dieser Art ist die Ableitung des Regenwassers in den Schulgarten-Bereich erwünscht.“


Dieses Bild vermittelt recht gut, um welche Dachflächen-Größen es sich handelt.

(Foto: Gymnasium der Stadt Alsdorf)



Niederschlagswasser hat man bisher ausschließlich der Kanalisation zugeführt. Hier setzt die Projektidee an: Die Stadt könnte ganz erheblich Abwassergebühren einsparen und zum allgemeinen Hochwasserschutz beitragen, wenn das auf den versiegelten Flächen anfallende Regenwasser vor Ort versickern würde. Unsere Gruppe ist der Auffassung, dass auf dem Schulgelände hierfür genügend Freiflächen zur Verfügung stehen. Die Gruppe hat allerdings an einer solchen Lösung auch ein ureigenstes Interesse: Die von ihr angelegten Kleingewässer (Schulteich 1983/84, zwei Laichtümpel 1987) werden ausschließlich von aktuellen Niederschlägen gespeist. Mit Hilfe der Dachentwässerung könnten Verdunstungsverluste aus trockenen Perioden ausgeglichen werden. Weitere Neuanlagen von Gräben und Tümpeln sollen zu Niederschlagszeiten Wasser führen und ansonsten trockenfallen. Hierdurch würde das Schulgelände weiter ökologisch aufgewertet.

 

Antrag

 

In einem Schreiben von Wolfgang Voigt an Bürgermeister Wolfgang Schwake stellt unsere Gruppe an die Stadt Alsdorf den Antrag, im Bereich der Dachflächen anfallendes Wasser vor Ort versickern zu lassen oder den bestehenden und eventuell neuanzulegenden Gewässern auf dem Schulgelände zuzuführen.

Als weitergehende Lösung wird ein Versickern auf der Feuchtwiese in einer Senke der Tageserholungsanlage hinter den Sportanlagen des Gymnasiums angeregt. Auch die Möglichkeit, überschüssiges Niederschlagswasser über einen kurzen Bachlauf in den Alsdorfer Weiher zu leiten, wird in dem Brief angesprochen.

Große Dachflächen auch im Bereich der Pausenhallen

(Foto: Wolfgang Voigt)

 

Das Verfahren kommt ins Rollen...


Am 18. Juli 2001 nimmt Wolfgang Voigt einen Ortstermin am Gymnasium wahr, bei dem er Vertretern der Stadtverwaltung und des Eigenbetriebs Abwasser den Antrag zur Dachentwässerung erläutert. Herr Walter vom Eigenbetrieb räumt der Realisierung der Feuchtgebiets- und Versickerungsprojekte durchaus gute Chancen ein. Eine Entwässerung in den Alsdorfer Weiher würde allerdings Abwassergebühren nach sich ziehen.

Herr Minnaert vom Hochbauamt, der bei diesem Treffen dabei ist, wiederholt seine Bereitschaft, Unterlagen zu besorgen, wie er dies bereits bei einem ersten Vorgespräch im Mai getan hat.

 

Ein erster Anfang

 

Ende Januar 2002 wird das Dach über dem Verbindungsgang zwischen der Turnhalle und dem Mittel-Trakt saniert (ca. 120 qm). Wie von Herrn Walter im Sommer 2001 bereits in Aussicht gestellt, führt ein neu installiertes Fallrohr zum sogenannten Waldtümpel in einer Ecke des naturnahen Teils des Schulgeländes. Überschusswasser soll mit einem ableitenden Graben und einem weiteren Kleingewässer bei starken Niederschlägen aufgefangen werden. Arbeiten hierzu beginnen am 5. Februar und werden am 19. März abgeschlossen. Bei den Arbeitsterminen wird auch das von der Fassade zum Gewässer abknickende Rohr in die Anlage so eingebaut, dass es optisch verschwindet. Der an der Wand verlaufende Teil wird von Efeu überwachsen werden.

 

Abgeleitete Wassermenge in der Erprobungsphase


Folgende Niederschlagsmenge ist zwischen dem 31. Januar und dem 14. Mai 2002 nicht mehr der Kanalisation zugeführt, sondern in den naturnahen Teil des Schulgeländes entwässert worden:

>>> 27.702 Liter <<<  

 

Erweiterung der Ableitungsmaßnahme ?

 

Am 19. Februar 2002 erhält unsere Gruppe Post von Herrn Minnaert aus dem Ingenieurbereich Bau und Verkehr bei der Alsdorfer Stadtverwaltung. In dem Schreiben wird uns die „überschlägliche“ Ermittlung der Dachflächengrößen des Mittel-, Quer- und N-Traktes mitgeteilt.

Diese Trakte sind zunächst beim Ortstermin im Sommer ins Auge gefasst worden, weil von ihnen aus eine relativ einfach durchzuführende Ableitung in den naturnahen Teil des Schulgeländes möglich wäre. Da an diese Trakte auch versiegelte Flächen grenzen, können die Dachflächen jeweils nur zur Hälfte für die Maßnahme genutzt werden.

Dennoch ergibt sich eine Gesamtfläche von knapp 1.000 Quadratmetern (997 qm). Das bedeutet, dass etwa die achtfache Menge des oben angegebenen Niederschlags zum Versickern gebracht werden könnte.

Am 30. April 2002 beginnen die Ausschachtungsarbeiten für ein Graben- und Versickerungstümpel-System in diesem erweiterten Abschnitt durch Mitarbeiter unserer Gruppe.


„Härtetest“

(überall in Deutschland „Jahrhundertereignisse“...)


Eine Überprüfung der Situation vor Ort am 22. August 2002 hat ergeben, dass das momentan vorhandene Entwässerungssystem die extremen Starkregenfälle in der ersten August-Hälfte problemlos verkraftet hat. Die neu geschaffenen Gräben und Staubereiche haben die doch relativ großen Wassermassen aufgefangen, so dass sie anschließend versickern konnten.


Sanierung der Dachentwässerung am Mitteltrakt

 

Am 6. September erfährt der Projektleiter in einem Gespräch mit Herrn Minnaert, dass die Sanierung der Dachentwässerung am Mitteltrakt unmittelbar bevorsteht. Die Abflussrohre sollen von innen nach außen verlegt werden, nachdem es zu Wasserschäden im Gebäude gekommen ist. In Zusammenhang mit dieser Baumaßnahme könne die bestehende Versickerung erweitert werden.

Am 11. September führt Wolfgang Voigt ein Gespräch mit Mitarbeitern der Firma Lothmann und schildert die von uns geplanten Versickerungsmaßnahmen. Es wird besprochen, wohin die Fallrohre verlegt werden sollen.


Anschluss des Mitteltraktes


Am 19. September 2002 ist das bisher in der Erprobungsphase steckende Entwässerungssystem erheblich erweitert: Der M-Trakt ist angeschlossen. Über drei Fallrohre wird sämtliches Regenwasser aus diesem Bereich in das Versickerungssystem der Gruppe Broichbachtal abgeleitet. Bestehende Tümpel sowie die neu geschaffenen Gräben, Feuchtwiesen und Versickerungssenken nehmen zukünftig die Niederschläge auf, anstatt sie dem Kanalsystem zuzuführen.


Bewährungsprobe im November und Dezember 2002


Mehrere länger andauernde Starkregenfälle, aber auch wolkenbruchartige Schauer zeigen in der ersten Monatshälfte des November die Funktionsfähigkeit des Systems. Trotzdem beobachtet man bei diesen Ereignissen sorgfältig, wo Wasser länger stehen bleibt und wo es rasch versickert. So kann bereits durch Nachbesserungen im Gelände Überlaufwasser aus dem Dachbereich, das wegen der anfallenden Menge von den Fallrohren nicht erfasst wird, schneller vom Gebäudetrakt weggeführt werden.

Ungewöhnlich ergiebige Regengüsse am 29. und 30. Dezember machen ebenfalls eine Kontrolle notwendig. Erstmals stehen die erweiterten Auffangbereiche zu etwa zwei Drittel unter Wasser, zeigen aber, dass noch eine ausreichende Reserve vorhanden ist.


Erweiterung des Versickerungssystems


Im März 2003 erfolgt die vorläufig letzte Erweiterung des Versickerungssystems. Zum einen wird das einzige, bisher nicht angeschlossene Fallrohr einbezogen, zum anderen wird für einen bereits bestehenden Bereich durch Abzweigung in dieses kleine Becken eine Entlastung bei großen anfallenden Wassermengen hergestellt.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass die neuen Mitarbeiter der Gruppe in die Funktionsweise des Systems aktiv eingearbeitet werden.

 

Die Planung und Betreuung des Projektes durch die Gruppe endet mit dem 22. August 2005.


Energieverschwendung

am Alsdorfer Gymnasium?

Die Gruppe Broichbachtal ist durch Zufall auf ein Umweltproblem an unserer Schule gestoßen: Beim Innen-Termin am 23. Oktober 2001 im Bio-Labor stellte man unerträgliche Wärme in diesem Raum fest. Eine umgehend durchgeführte Messung ergab 28 Grad Celsius und 82 Prozent Luftfeuchtigkeit. Und das um 16 Uhr, also zu einer Zeit, in der die meisten Schüler und Lehrer seit mehr als zwei Stunden die Schule verlassen hatten. Die Meinung der Mitarbeiter war: das muss genauer recherchiert werden. Für die beiden nächsten Termine (30. Oktober und 6. November) nahm man sich vor, möglichst die gesamte Schule durchzumessen. Die Ergebnisse sind unglaublich...

Von den an diesen Tagen getesteten 55 Räumen hatten zehn die Raum-Temperatur 22 Grad Celsius, siebzehn 23 Grad, fünfzehn 24 Grad, neun 25 Grad und vier sogar 26 Grad, teilweise bei gekippten Fenstern! In den Fluren und Treppenhäusern lag nur an einer Stelle mit 19 Grad Celsius die Temperatur unter 20 Grad. Die meisten waren 21 und 22 Grad warm, ein Treppenhaus hatte 23 Grad, immerhin zwei 24 Grad. In der Aula wurden unten 23 und auf der Empore 26 Grad gemessen. Im Bereich der Sportanlagen gab es folgende Ergebnisse: Turnhalle 23 Grad, Spielhalle 25 Grad, Schwimmhalle 29 Grad und Umkleideräume 25 bis 27 Grad.

Die Messungen wurden unter Anleitung von Wolfgang Voigt jeweils zwischen 14.30 und 16.30 Uhr vorgenommen durch Dominik Adolph, Michael Chrzanowski, Max Müller, Dennis Rocholz, Kevin Simon (links) und Benedikt Walla. Im Einsatz waren zwei digitale Thermo-Hygrometer der Marke Oregon Scientific (Modell: ETHG889) und ein herkömmliches Flüssigkeitsthermometer zur Kontrolle.

Die Gruppe Broichbachtal will weitere Ermittlungen durchführen und sich gegebenenfalls mit den Ergebnissen an die Stadtverwaltung wenden.

P.S.: Unmittelbar vor den Winterferien 2001/2002 gab es offenbar Bemühungen, das Heizungsproblem in den Griff zu bekommen, - anscheinend aber ohne Erfolg!

Weitere Anmerkung: In der Projektwoche 2002 hat sich ein Energiesparteam mit der Problematik befasst. Die Gruppe Broichbachtal wird daher die Sache nicht weiter verfolgen. Im September 2002 zeichnet sich ab, dass das Energiesparteam nicht weiter arbeiten wird.