Sekundärbiotope im Raum Aachen

Sekundärbiotope werden auch "Lebensräume aus zweiter Hand" genannt. Es handelt sich um ehemals vom Menschen genutzte oder von ihm erstellte Landschaftsbereiche, die der natürlichen Entwicklung überlassen oder speziell für die Natur planerisch gestaltet worden sind.


Bergehalde Adolf

Herzogenrath-Merkstein / teilweise Naturschutzgebiet

Die ehemalige Halde im Stadtteil Merkstein besteht aus 1,6 Millionen Kubikmeter Bergematerial. Dieses stammt von der Grube Adolf, in der von 1913 bis 1972 Steinkohle gefördert worden ist. Die Halde, die unmittelbar neben den beiden Schächten Adolf I und Adolf II entstanden ist, wird heute als Erlebnishalde genutzt. Dennoch ist ein Teil zur Sicherung von Flora und Fauna unbegehbar erhalten und unter Naturschutz gestellt.


Bergehalde Anna (Noppenberg)

Alsdorf, Herzogenrath / Naturschutzgebiet

Die Berghalde Anna, mittlerweile nicht mehr unter Bergaufsicht, liegt zwischen den Alsdorfer Stadtteilen Busch und Zopp, ist mit knapp 100 Metern die höchste in Alsdorf und erstreckt sich entlang der Prämienstraße bis auf Herzogenrather Stadtgebiet auf einer Grundfläche von etwa 33 Hektar. Der Tagesbetrieb Anna und damit auch die Bergehalde sind am 31. Dezember 1983 stillgelegt worden. Bis dahin hat man die Halde mittels Spülbetrieb aufgefahren. Hierbei ist das Feinkorn in die Hohlräume der abgelagerten groben Berge eingespült worden, wobei man durch dieses Verfahren zwei Ziele verfolgt hat: ausreichende Standsicherheit bei vorgegebener Form sowie Verminderung der Staubentwicklung. 17 Millionen Tonnen Bergematerial lagern im Bereich der Halde, die gelegentlich auch Halde Noppenberg genannt wird. Die beim Spülbetrieb anfallenden Wässer hat man zusammen mit Niederschlägen als Filtrat in Teichen am Haldenfuß aufgefangen.


Bergehalde Anna 1

Alsdorf / Naturschutzgebiet

Es handelt sich um Alsdorfs älteste Halde, die seit etwa 1850 aufgefahren wurde. 15 Millionen Tonnen Berge wurden hierhin verbracht. Sie bedeckt eine Grundfläche von 41 Hektar und erreicht eine Höhe von 75 Metern.


Bergehalde Anna 2

Alsdorf / Naturschutzgebiet

Die kleinste der Alsdorfer Anna-Halden besteht immerhin aus 6 Millionen Tonnen Bergematerial, die auf einer Grundfläche von 26 Hektar lagern.


Bergehalde Carl Alexander

Baesweiler / Naturschutzgebiet

Die Bergehalde wurde von 1920 bis 1975 aufgefahren. Auf 44,1 Hektar Grundfläche lagern 1,15 Millionen Kubikmeter Bergematerial. Im Rahmen der EuRegionale 2008 werden zahlreiche Maßnahmen durch die Stadt Baesweiler durchgeführt, welche den Wert als anthropogener Biotop stark mindern.


Bergehalde Gouley

Würselen / Naturschutzgebiet

Es handelt sich um die Halde der 1969 stillgelegten Grube Gouley im Würselener Stadtteil Morsbach, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kalkhalde Teuterhof gelegen.


Blausteinsee

Eschweiler / teilweise Naturschutzgebiet

Es handelt sich um einen See im Restloch eines Braunkohletagebaus in der Nähe des Eschweiler Stadtteils Dürwiß, geflutet seit 1995.


Ehemalige Deponie Maria Theresia

Herzogenrath / Naturschutzgebiet

Der Name Maria Theresia stammt vom ehemaligen Braunkohle-Tagebau im Wurmtal bei Herzogenrath. Die erste Abbauphase hat bereits im Jahre 1861 begonnen. Das Gelände war von 1956 bis 1983 Hausmülldeponie für die Stadt Aachen. Die teilrekultivierte Fläche ist seit Juli 1997 vom NABU Aachen-Land angepachtet. Dem Pachtvertrag liegt der Naturschutzgedanke zugrunde und sieht für einen Teil des 26 Hektar großen Areals auch eine extensive landwirtschaftliche Nutzung vor. Hauptziel ist die Erhaltung einer Offenlandfläche, die nur vereinzelt mit Gebüschen durchsetzt sein soll. Nachdem es zu mehreren Überwinterungen des Schwarzkehlchens gekommen ist, brütet diese Vogelart inzwischen hier. Auch Neuntöter-Bruten sind inzwischen nachgewiesen.


Kalkhalde Teuterhof

Würselen / Naturschutzgebiet

Bei dem heute 3 Hektar großen Gelände handelt es sich um die Halde einer ehemaligen Sodafabrik (SOLVAY-Werke bis 1929). Zusammen mit der Bergehalde Gouley bildet sie „den weißen und den schwarzen Berg“.


Ehemalige Kieswäsche in Kinzweiler

Eschweiler / Naturschutzgebiet

Der Sekundärbiotop ist durch Feucht- und Trockenbereiche charakterisiert. Im August 1993 ist das Kieswerk stillgelegt worden. Betreiber ist die „Hürtherberg Steine und Erden GmbH“ gewesen, eine Tochter der Rheinbraun. Vertraglich ist der Braunkohle-Konzern verpflichtet gewesen, das Gelände ökologisch gestaltet an die Stadt Eschweiler zu übergeben. Seit dem 12. Juli 1997 ist der Bereich durch den NABU Aachen-Land angepachtet. Bemerkenswert sind ausgedehnte Orchideen-Bestände und das Vorkommen der Kreuzkröte. Das Gebiet ist mit einer Fläche von 8,2 Hektar seit dem 5. Mai 2008 als Naturschutzgebiet gesichert.


Im Korkus

Eschweiler / Naturschutzgebiet

Es handelt sich um eine alte Bergbauwüstung: Seit etwa 400 v. Chr. gab es hier Eisenerz- und Kalkstein-Gewinnung durch Kelten. Ab 1880 unternahm der Eschweiler Bergwerksverein (EBV) den Schachtversuch "Zur guten Hoffnung", welcher wegen zu geringer Rentabilität 1884 aufgegeben wurde. Das Gelände wurde ab diesem Zeitpunkt sich selbst überlassen. Die Unterschutzstellung eines 4,5 Hektar großen Geländes erfolgte 1991 durch den Landschaftsplan "Eschweiler Stolberg".


Nivelsteiner Sandwerke

Herzogenrath

Bei dem Gelände handelt es sich um eine teils aufgelassene, teils in Betrieb befindliche Sandgrube, aus der Material für die Glasindustrie gewonnen wird.

Von 1955 bis 2001 hat sich in ihren Steilwänden eine Uferschwalben-Kolonie befunden (siehe Foto!). Aus bisher ungeklärten Gründen ist sie innerhalb eines Jahres von 262 Brutröhren im Jahr 2000 auf sechs zurückgegangen und 2002 erloschen. Mittlerweile gibt es nach Biotopmaßnahmen wieder eine Kolonie.

Neben Trockenheit liebenden Insekten kommen in den Feuchtbereichen typische Brutvögel und Amphibien vor. Die Sandgrube ist im Biotopkataster unter BK-5102-005 eingetragen.


Siersdorfer Senke

Aldenhoven

Das ursprüngliche Bergsenkungsgebiet ist seit 2004 neu gestaltete Retentionsfläche des Wasserverband Eifel Rur (WVER).